Nur Rotenburger müssen Weihnachtsbäume in Eigenregie entsorgen

Beliebter Brauch: Weihnachtsbäume werden Anfang Januar verbrannt. Dazu treffen sich Dorfbewohner meist auf eine Bratwurst und ein Getränk. Foto: Archiv

Rotenburg. Der 6. Januar naht und damit klassischerweise auch das Ende der allermeisten Weihnachtsbäume. Wohin mit den trockenen Nadelhölzern - diese Frage stellt sich im Grunde nur noch für die Bewohner der Rotenburger Kernstadt.

Denn anders als in den Dörfern gibt es in Rotenburg keinen Verein, der die Bäume gegen eine kleine Spende abholt und anschließend bei Bratwurst und Glühwein verbrennt.

Ulf George vom Rotenburger Ordnungsamt empfiehlt, den ausgemusterten Baum beim Biomassehof oder beim Wertstoffhof des Müllabholzweckverbands (MZV) in Bebra abzugeben. Der MZV nimmt 3,50 Euro pro Baum. Dessen Mitarbeiterin Martina Preisinger ergänzt: „Man kann den Baum aber auch zerlegen und über die Grüne Tonne entsorgen.“

Baum ist Abfallprodukt

Was gar nicht geht, ist, den alten Weihnachtsbaum einfach in den Wald zu bringen, denn er gilt als Abfallprodukt - ebenso wie Grasschnitt, erläutert George. Abfall deshalb, weil sich zum Beispiel noch Deko-Reste wie Lametta am Baum befinden könnten. Also müssen die Rotenburger in den sauren Apfel beißen und den Baum in Eigeninitiative und gegen Gebühr entsorgen.

In der Regel sind es die Jugendfeuerwehren, die die ausgedienten Weihnachtsbäume am Samstag nach dem 6. Januar abholen - HNA-Leser haben die entsprechenden Meldungen bereits gelesen. Die kleine Gebühr oder Spende kommt der Nachwuchsarbeit zugute. Und das ganze Dorf bekommt noch eine schöne Freiluftparty: Die Bäume werden abends verbrannt, dazu gibt es Getränke und etwas Rustikales zu essen.

Auch in der Kernstadt von Bebra wird das Angebot seit Jahrzehnten gemacht - eine Zusammenarbeit von Jugendwehr und Einsatzabteilung, wie Jugendchef Sascha Schöße erklärt. Drei Lastwagen, drei Unimogs und zwei Schlepper fahren zwischen 9 und 13 Uhr die Stadtbezirke ab. Auf dem Gelände bei der Feldscheune oberhalb des Friedhofs wird um 17 Uhr das Feuer entzündet.

Die Rotenburger Wehr hat diesen Brauch nicht im Programm - die Stadt sei zu groß, um den Service reibungslos an einem einzigen Samstag zu bieten, hieß es beim Vorstand. Wehrführer Dirk Riemenschneider ergänzt, dass die zeitliche Belastung der Wehr ohnehin schon stark sei.

Von Silke Schäfer-Marg

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