„Wir verändern Leben“

Rotenburgerin berichtet von ihrer Arbeit mit Kindern in Simbabwe

Arbeiten in einer Herzensangelegenheit Hand in Hand: die Vereinsvorsitzende Nicole Schilling (hinten, Mitte) und der Vorstand (vorne von links) Sascha Schilling, Petra Krumpen, Anke Hanstein, Patrick Busch und Ulrike Hein. Foto: Ernst

Lispenhausen. Es ist ein absolutes Privileg in einem Land zu leben, in dem die Infrastruktur so gut ist. Eine stabile Währung, gute Krankenhäuser, eine stetige Versorgung mit allen nötigen Gütern und allen voran: Zukunftsperspektiven. Können Sie sich vorstellen, in einem Land zu leben, in dem all diese Privilegien wegfallen?

Petra Krumpen kann – auch mit der Hilfe des regionalen Vereins WuWiS. Wir unterstützen Waisenkinder in Simbabwe) setzt sie sich in dem afrikanischen Land für Kinder und Jugendliche ein. Bei ihrem Besuch in Lispenhausen berichtete Krumpen von ihrem Leben, den Umständen, Entwicklungen und Erfolgen.

Seit über zwölf Jahren lebt Petra Krumpen im Binnenland Simbabwe. In der Stadt Mutare, an der Grenze zu Mosambik, hat sie ein Haus. Dort lebt sie mit ihrem Team, bestehend aus fünf Frauen und ihren „Kindern“ Alexander, Simba, Caspar, Munyaradzi, Tavivo und Faith, dem einzigen Mädchen der Familie. Ihr Haus ist Anlaufstelle für Waisen und Pflegebedürftige. Dank der Unterstützung von Petra Krumpen können die Kinder zur Schule gehen und im Anschluss eine Arbeitsstelle finden. Im Zentrum des Alltags steht das Miteinander. „Es ist immer was los. Wir leben in einem offenen Haus – täglich sind Freunde zu Besuch oder jemand, der einfach so vorbeikommt“, beschreibt Krumpen das Tagesgeschäft.

Simbabwe hat große Probleme, sowohl auf ökologischer als auch auf humanitärer Ebene. Das Land ist gepeinigt von Inflation, Korruption und der daraus resultierenden Armut. Die Machtverhältnisse sorgen bei Einheimischen für Bauchschmerzen und in Zukunft sind keine positiven Veränderungen zu erwarten. An der Spitze des Präsidialsystems – das eigentlich eher eine Diktatur ist – steht der 93-jährige Robert Mugabe. Nun melden potenzielle Nachfolger Machtansprüche an, was die Instabilität des Landes verschlimmern könnte. Außerdem ist Simbabwe von Krankheiten gebeutelt: Schätzungsweise jeder achte Mensch dort ist HIV-positiv. Der Anteil ist der fünfthöchste in Subsahara-Afrika – also in den 49 afrikanischen Ländern, die südlich der Sahara liegen.

Petra Krumpen setzt an drei Punkten an: Ausbildung, Gesundheit und Ernährung. Mit der finanziellen und moralischen Unterstützung des Vereins WuWiS wird gewährleistet, dass das Konzept funktionieren kann. Die Lebensumstände der Kinder und Jugendlichen in Waisenhäusern können so verbessert werden: Es stehen Medikamente zur Verfügung, außerdem werden den jungen Menschen Zukunftsperspektiven eröffnet, die sie sonst nicht hätten. Auch den Jugendlichen, die aufgrund ihres Alters die Einrichtungen verlassen müssen, kommt Unterstützung zu. Ein großer Erfolg war die Finanzierung und Hilfe für einen jungen Mann, der den Wunsch hatte, Lehrer zu werden. Jetzt steht er kurz vor der Erfüllung seines Traums. „Wir verändern nicht ganz Afrika, aber das Leben der einzelnen Menschen“, sagt Petra Krumpen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.