Rückbau der alten A4:  Autobahn wird wieder Natur

Friedewald. Das neue, 5,7 Kilometer lange Teilstück der Autobahn 4 zwischen der Talsenke Sorga und dem Nadelöhr bei Friedewald nimmt Gestalt an. Derweil wird die alte Trasse zurückgebaut.

Die Brücke über den Großen Kessel ist bereits fertiggestellt und in Fahrtrichtung Ost seit 27. November 2014 freigegeben. Im Frühjahr 2016 soll die Ausbaustrecke in Gänze befahrbar sein. Bis dahin werden etwa 60 Millionen Euro verbaut worden sein.

Aktuell wird auch die 5,86 Kilometer lange und künftig nicht mehr benötigte alte Wegführung der A4 für 680.000 Euro netto zurückgebaut. Der Abbruch der beiden großen Brücken kostet weitere 700.000 Euro netto. Die Talbrücke Siebenborn ist bereits fast verschwunden. Derzeit arbeitet ein Abrissunternehmen mit Hochdruck daran, die alte Brücke Großer Kessel Stück für Stück abzutragen. Sechs Wochen sind dafür vorgesehen.

Der beim Abriss der aus dem Jahre 1941 stammenden Brücken anfallende Beton (10.700 Kubikmeter) wird zusammen mit den 21.000 Kubikmetern Altfahrbahn-Beton an Ort und Stelle in einem Brecher zerkleinert und wieder aufbereitet. Dem Bruch wird dann in einem Verhältnis von 75 zu 25 Prozent ein kleiner Anteil Basalt hinzugegeben. Das Endprodukt wird dann am neuen Autobahnteilstück sofort wieder als Frostschutzschicht eingebaut. „Nur ein ganz geringer Teil des gesamten Abbruchmaterials ist nicht mehr verwendbar und muss entsorgt werden“, erklärt Bauoberleiter Thomas Grune vom Ingenieurbüro Vössing mit Sitz in Düsseldorf.

Im Anschluss an den Fahrbahn- und Brückenrückbau wird die zurückbleibende riesige Waldschneise mit Mutterboden bedeckt und rekultiviert. „Ähnlich wie bei der innerdeutschen Grenze wird schon nach einigen Jahren fast nichts mehr an das alte, sechs Kilometer lange Autobahnteilstück der A4 erinnern“, ist sich Grune sicher.

Von Mario Reymond

Rubriklistenbild: © Foto: Reymond

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