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Rund 100 000 Besucher beim Bad Hersfelder Weihnachtsmarkt

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Von: Kim Hornickel

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Ein Lebkuchenherz für Ben, beschriftete Beschickerin Martina Fortmann. Der Neunjährige ist aus Reutlingen und besucht seine Großeltern in Niederaula, Familie Kreit. Zusammen geht es auf den Weihnachtsmarkt.
Ein Lebkuchenherz für Ben, beschriftete Beschickerin Martina Fortmann. Der Neunjährige ist aus Reutlingen und besucht seine Großeltern in Niederaula. Zusammen geht es auf den Weihnachtsmarkt. © Kim Hornickel

In Bad Hersfeld ist am Freitagabend der Weihnachts- und Wintermarkt zu Ende gegangen. Rund 100.000 Besucher kamen auf den Linggplatz und in den Stiftsbezirk.

Bad Hersfeld – Martina Fortmann war mit ihrem Lebkuchen-Stand von Bremen nach Bad Hersfeld auf den Wintermarkt gereist. Nach Weihnachten hatte sie ihre „Herzenmalerei“ für die Kunden geöffnet. „Bisher ist es noch ruhig. Am Dienstag war noch mehr los“, sagte Fortmann, die mit ihrer Bude auch schon auf dem Lullusfest zu Gast war und Lebkuchen auf Kundenwunsch beschriftet.

Fortmann stand in der Nähe des Märchenwaldes. Die Wintermarktbesucher liefen auf dem Weg zu den leuchtenden Fisch- und Rehfiguren an ihrem Stand vorbei. „Viele schauen sich den Park an,“ hatte auch Fortmann in der kurzen Zeit schon festgestellt.

„Der Märchenwald kam schon während des Weihnachtsmarktes gut an“, stimmt auch Markus Heide vom Stadtmarketing Bad Hersfeld zu. „Und die Resonanz zum Weg über die Stadtmauer war überragend“, sagt er.

Mit Attraktionen rund um den Weihnachts- und Wintermarkt, vom beleuchteten Orca Oskar in den Nordschulteichen, Hirsch Harry vor dem Katharinenturm, über den Märchenwald-Rundgang bis zu den Krippenfiguren in der Stiftsruine – das Stadtmarketing Bad Hersfeld stampfte einiges aus dem Boden, um den Bad Hersfelder Weihnachtsmarkt noch lebendiger zu machen.

Doch trotz allen Aufwands, nicht jeder war mit der Planung der Märkte so ganz glücklich. Die Zweiteilung des Weihnachtsmarktes mit einem kleinen Teil auf dem Linggplatz und dem Großteil des Weihnachtsmarktes rund um die Ruine spaltete die Gemüter. Einige Markt-Beschicker, Besucher und auch die Ladenbetreiber der Innenstadt kritisierten den längeren Weg für eine Bratwurst in der Mittagspause.

Außerdem sei es durch die Zweiteilung zu Verwirrung bei vielen Gästen von außerhalb gekommen, berichtete auch Beschicker Volker Bodem, der mit seinem Glühweinstand und dem Kinderkarussell auf dem L’Haÿ-les-Roses-Platz vor dem Bürgerbüro stand. „Die Leute waren enttäuscht, als sie mit den Bussen ankamen. Viele meinten, der kleine Teil auf dem Linggplatz sei schon alles.“

Markus Heide und Lena Lochhaas vom Stadtmarketing kennen die Kritikpunkte und wollen weiter am Konzept des Winter- und Weihnachtsmarktes feilen. „Den Weihnachtsmarkt so abzuhalten – das war ein Versuch“, sagt Markus Heide. Und er verspricht: „Wir werden unsere Schlüsse ziehen.“ Und einer davon lautet: „Uns geht es nicht nur um Konsum, uns geht es auch um Kunsthandwerk und möglichst viele Besucher nach Bad Hersfeld zu holen“, sagt Heide und gibt damit schon einmal einen kleinen Ausblick auf den kommenden Weihnachtsmarkt im nächsten Jahr.

Heide und Lochhaas wollen außerdem den Einzelhandel und den Weihnachtsmarkt wieder näher zusammenbringen. „Wir wollen die Nachfrage wieder nach vorne in die Stadt bringen und haben den Weihnachtshandel dabei im Auge.“

Das wünscht sich auch Matthias Laufer-Klitsch, zweiter Vorsitzender des Stadtmarketingvereins. Er spricht für die Einzelhändler in Bad Hersfeld und stellt klar: „Weihnachtsmärkte sind ein Mittel, um die Innenstadt zu beleben.“ Dass das Stadtmarketing dieses Jahr wieder einen großen Weihnachtsmarkt mit Rahmenprogramm auf die Beine gestellt hatte, lobt der Juwelier ausdrücklich. „Aber wir sehen den Markt auch im Fluss, der sich immer weiterentwickeln wird“. Laufer-Klitsch wünscht sich, dass sich Stadtmarketing, Marketingverein und Beschicker an einen Tisch setzen und gemeinsame Strategien für zukünftige Märkte austüfteln. „Solange die Erinnerung noch frisch ist,“ sagt er.

Einen Vorschlag, wie es weitergehen könnte, hat Laufer-Klitsch bereits und den teilt auch Beschicker Volker Bodem. „Auf dem Linggplatz könnte der Hauptweihnachtsmarkt beginnen und dann leiten Buden hier und da am Katharinenturm vorbei in den Stiftsbezirk. Dort könnte an den Wochenenden dann das Rahmenprogramm, zum Beispiel in der Stiftsruine, stattfinden“, sagt Laufer-Klitsch.

So könnte es im nächsten Jahr wieder eine ganz neue Variante des Weihnachtsmarktes in Bad Hersfeld geben, die riesigen Leuchttiere werden den Bad Hersfeldern dabei aber erhalten bleiben. Schließlich sind sie Fotomotiv Nummer eins – ganz vorne dabei: Orca Oskar.

Mit dem Saisonabschluss des Wintersmarktes gestern, zieht Markus Heide aber eine positive Bilanz. Die Mitarbeiter des Fachbereichs Stadtmarketing schätzen die Besucherzahlen auf rund 100 000 für beide Märkte im Dezember. (Kim Hornickel)

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