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Sänger Wincent Weiss im Interview: Vorfreude auf Konzert in Fulda

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Wincent Weiss
Wincent Weiss geht auf Sommertour und kommt im Juli nach Fulda. © Per Schroeter

Im Interview erzählt Musiker Wincent Weiss, worauf er sich bei der bevorstehenden Sommertour freut, und welche Höhen und Tiefen er in seiner Karriere bereits erlebt hat.

Nachdem die Tour um ein Jahr verschoben werden musste, ist die Vorfreude jetzt umso größer?

Es hat sich zwei Jahre lang alles angestaut und jetzt wollen wir es rauslassen. Vor den Leuten spielen, mit der Band – das durften wir zwei Jahre nicht und jetzt geht’s endlich wieder los.

Der letzte große Auftritt war dann also vor Corona?

2019 war die letzte Tour, ja. Ich habe ein paar Strandkorb- und Corona-Konzerte gespielt, aber ich glaube, das ist nicht vergleichbar mit dem, was jetzt im Sommer passiert.

Worauf können sich die Besucher der Tour freuen?

Freiheit und Live-Musik. Ich durfte mit den letzten Alben ja gar nicht auf Tour gehen. Ich habe gerade das dritte Album rausgebracht und jetzt dürfen sich alle auf das dritte, aber auch auf die ersten beiden live freuen – auf eine wahnsinnig tolle Band, die voller Vorfreude fast platzt.

Ist die Vorbereitung nach der langen Pause anders?

Wir haben die erste Bandprobe im Mai. Ich bin gespannt, wie das wird, weil wir zusammen relativ lange keine Musik mehr gemacht haben. Aber ich glaube, wir bereiten uns vor wie auf eine ganz normale Show.

Bist du jetzt besonders aufgeregt? Oder bist du generell aufgeregt vor deinen Auftritten?

Es ist eher Vorfreude. Am Anfang war ich natürlich immer aufgeregt. Jetzt ist es so, dass wir hinter der Bühne stehen und sagen: Ey, lass uns einfach los. Aufregung hat immer etwas mit Angst zu tun, mit einem negativen Aspekt, finde ich. Deswegen Vorfreude, weil wir einfach Bock darauf haben, zu spielen und es kaum erwarten können. Es wird einfach geil.

Habt ihr vor euren Auftritten eine Art Ritual?

Also den Abend davor setze ich lieber aus, weil das meistens schlecht für mich endet, wenn ich mit der Band feiern gehe. Aber wir nehmen uns vor jeder Show in den Arm, machen uns gegenseitig Vorfreude und wünschen uns Spaß. Wir sind ja dann in voller Ekstase. Das ist eine völlige Parallelwelt und durch die fliegen wir gemeinsam.

Lieber kleine Hallen mit wenig Publikum oder große mit viel Publikum?

Beides hat seine Reize. Ich würde auch gerne beides mal wieder spielen. Ich finde die Arena-Tour unfassbar beeindruckend mit so viele Leuten, aber ich glaube, die innigsten und intimsten Erfahrungen habe ich in 1000er bis 2000er Locations gemacht.

Und so ein Open Air wie in Fulda?

Da finde ich es schön, dass man Licht- und Stimmungswechsel hat. Man fängt in der Abendsonne an zu spielen und geht bis in die Nacht hinein. Ich bringe meistens Pyro und Feuerwerk mit – das kann man in einer Halle natürlich nicht machen. Das ist schon geil beim Open-Air, dass man mehr Möglichkeiten hat und freier ist.

Gab es in den sieben Jahren deiner Karriere einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Schwierig zu sagen, weil es so viele Momente waren. Aber die schönsten sind tatsächlich Live-Auftritte. Ich würde jede Award-Show, jeden Preis eintauschen gegen ein Konzert. Die erste Tour war der absolute Wahnsinn, die letzte Tour 2019 auch. Ja, ich glaube, die Live-Momente sind die schönsten, die man haben kann.

Und das Gegenteil: Ein Moment, der nicht so toll war?

Das sind eher die persönlichen Dinge. Ich wollte manchmal etwas zu viel. Ich habe 2018/19 120 Shows im Jahr gespielt, plus Fernsehshows, plus Album schreiben und Freunde und Familie hinten angestellt. Während der Pandemie habe ich gelernt, das in Balance zu bringen. Es ärgert mich, dass ich das etwas vergessen habe, dass ich nur nach vorne gerannt bin und mich links und rechts nicht umgeschaut habe.

Also hast du auch einen Lernprozess durchlaufen?

Klar. Ich bin ja von null auf 100 in dieses Popstarleben reingerast und musste lernen, in dem jungen Alter damit umzugehen. Das ist eine ganz andere Welt. Ich habe vorher in der Gastronomie gearbeitet, hatte ein geregeltes Leben, habe in der gleichen Stadt gewohnt, bin jeden Abend in die gleiche Wohnung gekommen und jetzt ist es das komplette Gegenteil.

Jetzt wirst du bald 30. Wird sich da irgendetwas verändern?

Ich hoffe nicht. Ich hoffe, ich kann genauso durch mein Leben schreiten und, dass man vor der 30 nicht so Angst haben muss. Mir sagt jeder: „Mit 30 geht das Leben erst los.“ Ich glaube, mein Leben ist schon losgegangen und ich genieße es in vollen Zügen.

Wincent Weiss 2021 bei seinem Auftritt im Sound-Garten in Bad Sooden-Allendorf.
Wincent Weiss 2021 bei seinem Auftritt im Sound-Garten in Bad Sooden-Allendorf. © Berg, Sonja

Zur Person

Wincent Weiss (bürgerlich Wincent Weiß, 29) ist am 21. Januar 1993 in Bad Oldesloe geboren. 2013 nahm er an der zehnten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar (DSDS)“ teil und kam unter die besten 29 Kandidaten. Bekannt wurde er mit einem Cover des Liedes „Unter meiner Haut“ von Elif Demirezer, von dem er eine Akustikversion auf Youtube hochgeladen hatte. 2015 veröffentlichte er mit „Regenbogen“ seine erste Single, 2017 folgte sein erstes Album „Irgendwas gegen die Stille“. Weiss’ aktuellstes, drittes Album erschien im Mai 2021: „Vielleicht irgendwann“. Für seine Musik erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, wie 2018 den „Echo“ in der Kategorie „Newcomer National“.

Konzerte in der Nähe

Ab dem 14. Mai geht Wincent Weiss mit seiner Band auf große Sommertour. Start ist in Würzburg. Es folgen Konzerte unter anderem in Hannover (20. Mai), Leipzig (23. Mai), Frankfurt (28. Mai), Fulda (14. Juli), Braunschweig (28. Juli) und Gießen (21. August). Insgesamt sind im Rahmen der Tour 29 Konzerte geplant, Tickets gibt es bei bekannten Verkaufsstellen im Internet und kosten zwischen 40 und knapp 60 Euro. Für das Konzert in Fulda zahlen Besucher Preise ab 53 Euro. Darüber hinaus tritt der Sänger und Songwriter am 16. Juli beim „SoundGarten OpenAir“ in Bad Sooden-Allendorf auf – hier kosten die Tickets etwa 55 Euro.

(Lea-Sophie Mollus)

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