Salzflut in die Werra: RP vertagt schärfere Grenzwerte bis 2020

Abwassereinleitung in die Ulster nahe der Mündung in die Werra.

Werratal/Kassel. Der Kasseler Kalikonzern K+S darf bei der Einleitung seiner Salzabwässer in die Werra weiter machen wie bisher. Die strengeren Grenzwerte sind vertagt.

Das teilte am Montag die Genehmigungsbehörde mit, das Regierungspräsidium (RP) Kassel. Die Erlaubnis dafür wurde auf K+S-Antrag erteilt.

Mit der bisherigen Regelung von Ende 2012 hätte die stufenweise Senkung der Belastung mit Chlorid, Kalium und Magnesium für Werra und Weser am 1. Dezember 2015 beginnen müssen - also am Dienstag. Jetzt gelten die alten Grenzwerte - zum Teil seit 1942 unverändert - bis Ende 2020 weiter. Dann sollen sie nach Angaben des RP Kassel mit einem Schlag sinken.

Dem Verschlechterungsverbot für die Flüsse sei Rechnung getragen, hieß es beim RP. Und die Einhaltung des Verbesserungsgebots für die Flüsse sei nur verschoben. Eine Korrektur der Einleiteerlaubnis nannte das RP „notwendig zur Umsetzung des Vier-Phasen-Plans“. Ihn hatten Hessens Landesregierung und K+S im Herbst 2014 zur langfristigen Abwasserentsorgung vereinbart. Damit war klar: Keine Pipeline zur Nordsee, Werra und Weser bleiben Abwasserkanäle für die Kaliindustrie und ihre Altlasten.

2500 Milligramm pro Liter (mg/l) Chlorid, 200 mg/l Kalium, 340 mg/l Magnesium - das sind Grenzwerte, die am Pegel Gerstungen eingehalten werden müssen. Auch mit der neuen Erlaubnis soll es laut RP auf 1700 mg/l beim Chlorid, 150 mg/l bei Kalium und 230 mg/l bei Magnesium gehen - aber ohne Stufen und nicht ab 1. Dezember 2015.

Schon gestern endete die Versenkerlaubnis, die K+S bisher das Verpressen hochkonzentrierter Kaliabwässer in den Untergrund gestattet hat. Hier gab der RP keine Verlängerung, offenbar wegen fehlender Nachweise gegen die Besorgnis der Gefährdung von Grund- und Trinkwasser. Eine Übergangslösung sei in Arbeit, hieß es.

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