Lustschloss der Landgrafen

Sanierung der Ruine Blumenstein hat bisher 250.000 Euro gekostet

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Von dem noblen Jagdschloss ist unter anderem der charakteristische Torbogen übrig geblieben: Die Grundmauern der Ruine Blumenstein sind fertig saniert. 

Hessenforst als Eigentümer  hat bisher insgesamt etwa 250 000 Euro für die Sanierung der Ruine Blumenstein in Wildeck bezahlt

Es sind nicht irgendwelche Mauern, die hoch über dem historischen Wildecker Tal vor dem Verfall bewahrt werden. Es sind Steine, die eine besondere Geschichte erzählen – von Lust und Liebe und Luxus. Das Jagdschloss Blumenstein ist 1727 erbaut worden. Von der noblen Unterkunft haben sich zwar nur die Grundmauern und der charakteristische Torbogen gegen den Untergang stemmen können, und das Schloss soll auch nicht wieder aufgebaut werden. Aber die Reste des alten Gemäuers versprühen einen eigenwilligen Charme, der nicht für immer verloren gehen soll.

Als wichtiges bauliches Zeugnis und Kulturdenkmal der hessischen Geschichte will das Land Hessen die Schlossruine sichern und hat schon eine Menge Geld investiert. Die Sanierung hat im Herbst 2016 begonnen. Hessenforst als Eigentümer der Fläche hat bisher insgesamt etwa 250 000 Euro für die Sanierungsarbeiten bezahlt, berichtet Volker Neumann vom Forstamt Rotenburg.

Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiter der Fachfirma Sosa Service aus dem thüringischen Werther (Kreis Nordhausen) die Reste des Gewölbekellers abschließend saniert und die Rundbögen gesichert, berichtet Neumann. Außerdem verfugten sie die Außenmauer fertig, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit eintritt. Erneuert wurde auch die nördliche Mauer des Zugangs zur Burg – also die linke Mauer des Aufgangs. Im Mai sollen die Arbeiten weitergehen. Dann wird die südliche Mauer des Zugangs zur Burg saniert. Hessenforst schätzt die Kosten dafür auf 50 000 Euro. „Wir hoffen, dass die Arbeiten in diesem Jahr abgeschlossen werden können“, betont Neumann.

Der Förderverein Historisches Wildecker Tal (WiTa) unterstützt das Projekt. Mitglieder des Vereins kümmern sich unter anderem darum, die äußeren Mauern von Bewuchs freizuhalten oder den Burghof zu mähen und die Flächen zu pflegen, berichtet Bürgermeister Alexander Wirth, der Vorsitzender des Fördervereins ist.

Das Gewölbe soll auch in Zukunft nicht begehbar sein. Rechts davon wird eine kleine Naturbühne entstehen. Die Zuhörer – zum Beispiel eines Konzerts – könnten im Innenraum der Ruine stehen, wo jetzt noch große Wackersteine liegen.

Trotz des großen Engagements aller Beteiligten bleibt viel zu tun. Ein Gesamtkonzept für das Wildecker Tal ist noch Zukunftsmusik. „Wir hatten schon eine Studentin gefunden, die im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit ein Gesamtkonzept erstellen wollte. Es fand sich aber keiner, der sie führen und begleiten wollte“, berichtet Wirth. Jetzt geht es wieder bei Null los. „Ziel ist ein Gesamtkonzept, das alle Hotspots des Tals mit Insels-teich, Obelisk, Lindenallee und Ruine Blumenstein umfasst“, betont Wirth. Dabei geht es auch um die Frage, wie man das Tal touristisch weiterentwickeln kann, um die Beschilderung und die Ausweisung von Rad- und Wanderwegen.

So ganz bei Null muss die Gemeinde aber nicht anfangen. Bereits 1979 hat sich Gunter Bartholmai in einer Diplomarbeit („Wildeck – Ein historischer Garten“) an der Gesamthochschule Kassel im Bereich Landschaftsplanung mit dem Wildecker Tal intensiv befasst.

Ab Mai wird wieder in die Hände gespuckt: Dann geht die Sanierung der Natursteinmauern weiter.

Liebevoll gestalteter Rundweg

Das historische Wildecker Tal wurde früher hessisches Sanssouci genannt – so beeindruckend waren die Bauten und Parkanlagen. Die Landgrafen von Hessen-Rotenburg nutzten das Tal mit dem großen Schloss unten und dem Jagdschloss auf dem Berg als Sommerresidenz. Das Wildecker Tal ist immer einen Besuch wert. Besonders schön ist es im April und Mai sowie im Herbst. Wer von Hönebach nach Bosserode fährt, muss bei Raßdorf links abbiegen. Schon am Eingang des Tals wird der Besucher von einer Prinzessin empfangen. Auf einem Rundweg erzählt sie liebevoll und unterhaltsam die Geschichte des Tals auf sieben Tafeln. Anfang dieses Jahres wurde am Weg durch das Wildecker Tal eine Allee mit Säulen-eichen angelegt. dup

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