„Schaumeinsatz war richtig“

Feuer in Friedewald: Kreisbrandinspektor weist Kritik zurück

Wie aus einem Katastrophenfilm: Dieser Sattelzug war am 30. Juni an einer Automatentankstelle in Friedewald in Brand geraten. Die Feuerwehr setzte Löschschaum ein, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.
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Wie aus einem Katastrophenfilm: Dieser Sattelzug war am 30. Juni an einer Automatentankstelle in Friedewald in Brand geraten. Die Feuerwehr setzte Löschschaum ein, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Am Morgen des 30. Juni rückt die Feuerwehr in Friedewald zu einem Großeinsatz aus: Ein mit Traktoren beladener Sattelzug brennt an einer Automatentankstelle.

Friedewald - Die Flammen breiten sich schnell aus und drohen, auf die Tankstelle überzugreifen. Es besteht Explosionsgefahr. Die Feuerwehr muss schnell handeln und rückt unter massivem Einsatz von Löschschaum gegen die Flammen vor. An diesem Löschschaumeinsatz gibt es nun Kritik. Ein erfahrener Feuerwehrmann, dessen Namen der Redaktion bekannt ist, kritisiert, dass das Schaummittel offenbar ungehindert in die Umwelt gelangen konnte. „Löschschaum ist bei kein Blubberbadeschaum“, sagt er. Vor dem Einsatz sei in Gewässern, Boden und Kläranlagen eine eventuelle Gefährdung der Natur zu prüfen. Deshalb hätte rechtzeitig für eine geeignete Löschwasserrückhaltung gesorgt werden müssen, meint der Mann, der selbst lange Zeit in einem anderen Bundesland als Zugführer und Ausbilder gearbeitet hat.

Unsere Zeitung hat Kreisbrandinspektor Marco Kauffunger mit den Vorwürfen konfrontiert. Er verteidigt das Vorgehen der Feuerwehr. „Aufgrund der Gegebenheiten vor Ort war die Entscheidung, das Löschmittel Schaum einzusetzen, richtig“, sagt Kauffunger und verweist auf „Brandlasten“ in Form von Betriebsstoffen in den Fahrzeugen, sowie große Mengen an Kunststoffen. Beim Einsatz von Schaumlöschmitteln im Brandfall stehe stets die erforderliche Löschwirkung im Vordergrund. Im Vorfeld werde seitens der Einsatzkräfte eingehend geprüft, welche Löschmittel für die Einsatzzwecke geeignet sind und gleichzeitig die geringsten Umweltauswirkungen haben.

Zum Einsatz kam laut Kauffunger ein universelles Schaummittel mit einem weiten Anwendungsspektrum, ein sogenanntes Mehrbereichsschaummittel. Der verwendete Schwerschaum sorge für einen Kühl- und Trenneffekt, verfüge aber auch über eine gute Haftfähigkeit und ermöglicht hohe Wurfweiten.

„Da Schaummittel im Regelfall als umweltgefährdend einzustufen sind, bleiben die Aspekte des Umweltschutzes niemals unberücksichtigt“, versichert der Kreisbrandinspektor. Um die Vorteile des Löschmittels zu nutzen, bleibe den Feuerwehren, wenn keine baulichen Maßnahmen zur Löschwasserrückhaltung vorhanden sind, nur eine Reduzierung der Schaummittel auf das unmittelbar notwendige Maß zum Schutz von Grundwasser und Oberflächengewässern. „Aufgrund der topografischen Gegebenheiten an der Einsatzstelle hätten Maßnahmen zur Sicherung der Kanalisation nur zu einer weiteren Ausbreitung des Schaum-Wasser-Gemisches geführt“, meint Kauffunger.

Bei sämtlichen Schadensfällen mit gegebenenfalls wassergefährdenden Stoffen oder bei Einsätzen mit Schaummitteln werde außerdem von der Einsatzleitung – über die Leitstelle Hersfeld-Rotenburg – die Untere Wasserbehörde informiert.

Von dort werden dann gegebenenfalls notwendige weitere Maßnahmen veranlasst, erklärt Kauffunger. Zudem informiert die Einsatzleitung auch die betroffene Kläranlage über den Schadensfall und den Einsatz.  

Von Kai A. Struthoff

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