Engagement prägt das Land

Neujahrsempfang IG BCE: 125-jährige Geschichte im Mittelpunkt

Gruppenbild mit Ehrengästen: Beim IG BCE-Neujahrsempfang in Schenklengsfeld unterhalten sich Hans Schweinsberg (stellvertretender Bezirksleiter), Friedrich Nothhelfer (Bezirksleiter), Staatsminister Michael Roth (SPD), Ralf Sikorski vom geschäftsführenden Hauptvorstand, der die Neujahrs-Ansprache hielt und Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (von links) vor der Bühne. Fotos: Konopka

Schenklengsfeld. Bergleute und Gewerkschafter der IG BCE aus dem gesamten Bezirk Kassel kamen am Sonntag zu ihren traditionellen Neujahrsempfang in Schenklengsfeld zusammen.

Das 125jährige Bestehen dieser Gewerkschaft stand dabei auch im Mittelpunkt.

Die Großsporthalle im kleinen Schenklengsfeld war mit rund 1000 Menschen gefüllt. Große, Kleine, (Ge)Wichtige und Normalkumpel. Sie alle wurden von Friedrich Nothhelfer, dem Bezirksleiter der IG BCE Kassel, begrüßt.

Ralf Sikorski, Mitglied des geschäftsführenden IG BCE-Hauptvorstandes, hielt die große Neujahrs-Ansprache. „Ich soll reden, bis die Linsensuppe fertig ist“, begann er humoristisch und kam dann zur Sache: „Die Einführung der Rente mit 63 ist ein Erfolg der Gewerkschaften gegen den erbitterten Widerstand der Arbeitgeber und der ihnen verbundenen Wirtschaftswissenschaftler.“ Es sei für einen befristeten Zeitraum endlich eine angemessene Respektierung der Lebensleistung derer, die 45 Jahre in unser Rentensystem eingezahlt haben. Sikorski fordert von sich und seinen Kumpel: „Wir müssen unser 125.jähriges Jubiläum auch dazu nutzen, die eigenen Stärken und Kompetenzen zu erweitern.“

Er spannte er den Bogen vom Mindestlohn, über die Betriebsratswahl im letztenJahr, die klaren IG BCE-Position zur Tarifeinheit, der Energiepolitik und Steuergerechtigkeit, offensive Mitbestimmung, bis hin zur Pegida-Diskussion.

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt: „Es gab noch nie so viel Menschen in Arbeit, wie in 2014. Unser Landkreis hat die niedrigste Arbeitslosenquote in Hessen.“

Traditionen muss man pflegen: Hans-Otto Manns serviert Linsensuppe mit Bockwurst für die Besucher des IG BCE Neujahrsempfangs in Schenklengsfeld.

Staatsminister Michael Roth (SPD), am Donnerstag noch in einer Sondersitzung der Vereinten Nationen (UN) in New York (unsere Zeitung berichtete), enthusiastisch: „Das industrielle Herz Deutschlands schlägt hier im Werratal. Wir müssen dafür sorgen, daß esauch weiterhin kraftvoll schlägt.“ Roth ist langjähriges IG BCE-Mitglied und warb für persönliches Engagement der Menschen: „Es ist auch im Jahr 2015 nicht aus der Mode gekommen, sich in einer Partei oder anderswo zu engagieren.“ Nur dann könne man Dinge verändern.

Sikorski: „Wir blicken zurück auf 125 Jahre Geschichte. Auf 125 Jahre Eintreten für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auf 125 Jahre Erstreitung demokratischer Rechte im Betrieb und darüber hinaus.“ Das ist es, was Kumpel hören wollen. Beifall. „Ohne uns, ohne das Engagement unserer 22 000 Mitglieder sähe Deutschland anders aus“, sprach Ralf Sikorski stark. Das sei Ansporn und Verpflichtung zugleich.

Neujahrsempfang des IG BCE Bezirks Kassel in Schenklengsfeld

Das Schlusswort hatte Hans Schweinsberg, stellvertretender Bezirksleiter der IG BCE Kassel. Die Bergmannskapelle Hattorf unter der Leitung von Martin Kleiner spielte noch das Bergmannslied und alle sangen stehend mit. Dann gab es Mittagessen. Traditionell Linsensuppe mit Bockwurst, vom DRK-Schenklengsfeld gekocht. Glück auf! – für die nächsten 125 Jahre.

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