Erneuerung der Wasserversorgungsanlagen

Schenklengsfeld auf der Suche nach 600.000 Euro - Kreditsumme von Gemeinde zweckentfremdet

+
Schlaglochpisten: Die Kanalleitungen im Fichten- und Eschenweg in Landershausen sollten über einen KfW-Kredit mitfinanziert werden. Nun ist das Geld weg, das Leitungsnetz aber noch immer marode. 

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau  fordert Gemeinde Schenklengsfeld auf, einen Nachweis für die Verwendung von 600.000 Euro zu erbringen. Das Geld wurde offenbar zweckentfremdet.

Ein unangenehmer Brief ist zu Wochenbeginn im Schenklengsfelder Rathaus angekommen. Darin fordert die Kreditanstalt für Wiederaufbau die Gemeinde auf, einen Nachweis für die Verwendung von 600.000 Euro zu erbringen.

Dieses Geld war der Kommune in Form eines Kredits gewährt worden und am 29. November 2017 von der Gemeinde auch abgerufen worden. Nun, zwei Jahre später, möchte die Bank wissen, ob mit ihrem Geld auch tatsächlich wie vorgesehen die Erneuerung der Wasserversorgungsanlagen im Fichtenweg und im Eschenweg im Ortsteil Landershausen erledigt wurden. An dieses Projekt waren die 600.000 Euro nämlich gebunden.

Kredit für Bauprojekt - doch das wurde bis heute nicht umgesetzt

Doch es gibt ein Problem: Bis heute ist dort noch nicht eine einzige Baggerschaufel angesetzt worden, um die alten Kanalrohre zumindest erst einmal freizulegen. Über diese Problematik setzte Bürgermeister Carl Christoph Möller am Donnerstagabend die Mitglieder des Bauausschusses in Kenntnis. Mehr jedoch nicht. 

Denn der Bürgermeister war nach Erhalt des Briefs selbst erst einmal aus allen Wolken gefallen. Das Kreditgeschäft mit der Bank war vor seiner Amtszeit – die begann am 1. Mai 2018 – abgeschlossen worden. Und auch Andrew Schäfer aus der Bauabteilung konnte nur mit den Schultern zucken. Er arbeitet erst seit dem 1. September 2018 für die Gemeinde.

Bank fordert Geld mit Strafzinsen zurück

Gemeinsam mit anderen Verwaltungsmitarbeitern wollen sie sich nun auf die Suche nach dem Verbleib des Geldes begeben. Schäfer vermutet, dass es zur Begleichung anderer Baukostenrechnungen herangezogen worden sein dürfte. Wie auch immer. Die Zweckbindung der 600.000 Euro ist nicht eingehalten worden. Und nun wird die Bank die gewährte Summe zurückfordern, ein Strafgeld aufschlagen und Strafzinsen berechnen. 

Rückzahlung des Kredites wird geplante Bauprojekte stoppen

Schäfer geht von einer Rückzahlung in Höhe von 650.000 Euro aus. Dieses Geld muss nun in den aktuellen Haushalt eingestellt werden, der den Gemeindevertretern am kommenden Donnerstag präsentiert werden soll. 

Das wird dazu führen, dass geplante Bauprojekte aus dem Zahlenwerk wieder herausgestrichen werden müssen. Denn die klamme Kommune darf bereits seit Jahren nur nach Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde und den Landrat eine vorgegebene Kreditsumme aufnehmen, um nicht noch tiefer in die roten Zahlen zu rutschen.

Quelle: Hersfelder Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.