Stefan Gensler soll Beiträge nicht erhoben haben 

Schenklengsfelds Bürgermeister wirft seinem Vorgänger Untreue vor

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Im März 2018 wurde Carl Christoph Möller (r.) als neuer Bürgermeister von Schenklengsfeld eingeführt. Nun erhebt er Vorwürfe gegen seinen Vorgänger Stefan Gensler (l.).

Schenklengsfeld – Schwere Anschuldigungen gegen seinen Amtsvorgänger Stefan Gensler hat Schenklengsfelds Bürgermeister Carl Christoph Möller  erhoben.

Bei der Beantwortung von Fragen der Sozialdemokraten zu Straßenausbaubeiträgen während der Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstagabend im Dorfheim von Dinkelrode merkte Möller an, dass in mindestens einem Fall diese abrechnungsfähigen Beiträge im Jahre 2007 von einem Anwohner im Kernort Schenklengsfeld nicht erhoben wurden.

Auf Nachfrage unserer Zeitung handelt es sich dabei um eine Summe in Höhe von nicht ganz 8000 Euro, die nun wegen Verjährung nicht mehr eingefordert werden können. Sein Amtsvorgänger Gensler habe trotz des Hinweises aus der Sachbearbeitung seinerzeit die Mitarbeiter angewiesen, diesen Betrag nicht einzuziehen.

Daher stellte Möller vor einiger Zeit schon Strafantrag wegen Untreue gegen seinen Vorgänger bei der Staatsanwaltschaft in Fulda. Den Eingang dieser Strafanzeige bestätigte Harry Wilke, Pressesprecher der Fuldaer Behörde.

Bereits während der gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit dem Bauausschuss hatte Möller am 29. Januar seinem Amtsvorgänger schon einmal aus seiner Sicht nicht gesetzkonformes Handeln vorgeworfen: Im Ortsteil Wüstfeld wird derzeit die Erdmannroder Straße saniert. Eigenmächtig soll Gensler im März 2017 einen Vetrag mit einer Grundstücksbesitzerin geschlossen haben, wonach die Baufirma 90 Quadratmeter Hoffläche der Anwohnerin auf Kosten der Gemeinde herrichten sollte.

Eigentlich wollten die Gemeindevertreter über die Ausführung der Grundstücksanpassungen und Einfriedungen an der Erdmannroder Straße beraten, jedoch wurde der Tagesordnungspunkt einstimmig abgesetzt, da die brisante Hof-Angelegenheit derzeit bei der Kommunalaufsicht des Landkreises zur Bewertung vorliegt. Ex-Bürgermeister Stefan Gensler wies die Vorwürfe seines Nachfolgers auf Nachfrage als unhaltbar zurück. 

Stefan Gensler: "Unhaltbare Vorwürfe"

Auf den Untreuevorwurf seines Nachfolgers reagiert Ex-Bürgermeister Stefan Gensler mit absolutem Unverständnis. Die Gemeinde habe im Jahr 2007 natürlich die Straßenausbaubeiträge von dem betreffenden Anlieger eingefordert. Jedoch sei später auf die Zahlung nicht mehr bestanden worden, da im Zuge des Straßenbaus ein Schaden am Gebäude des Anliegers entstanden war. 

Die Kosten für die Gebäudesanierung hätten weit über der Höhe des Anliegerbeitrags gelegen. Sie wären wohl auf die Gemeinde zurückgefallen, da bei mehreren beteiligten Baufirmen eine exakte Schuldzuweisung nicht mehr möglich gewesen wäre. „Aus diesem Grund wurde seitens der Gemeinde auf die Gebührenerhebung verzichtet. Und der Hausbesitzer hat den Schaden nicht reparieren lassen und auch keine Rechnung gestellt“, so Gensler. Diesen Vorgang habe er selbst schon von seinem Vorgänger „geerbt“. Zu dem Vorwurf hinsichtlich des Straßenbaus in Wüstfeld erklärt Gensler, dass die Gemeinde von den Anwohnern entlang der Erdmannroder Straße einen kleinen Teilstreifen der Privatgrundstücke benötigt habe, um die Landesstraße in der geforderten Breite ausbauen zu können. 

Da sich die betroffene Anwohnerin geweigert habe, die Flächen zu veräußern, hätte die Straße vor ihrem Grundstück einspurig verlaufen müssen. Um dies zu verhindern, wurde mit ihr beschlossen, dass die Baufirma eine alte Betonplatte auf ihrem Grundstück entfernt. „Ein Schriftstück darüber, dass wir die gesamte Hoffläche auf Gemeindekosten machen wollten, gibt es nicht.

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