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Gemeinde Neuenstein sucht Pächter für Schloss

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Das Wahrzeichen von Neuenstein: Das Schloss mit dem markanten Turm.
Das Wahrzeichen von Neuenstein: Das Schloss mit dem markanten Turm. © Meier-Maaz

Die Gemeinde Neuenstein sucht bislang erfolglos nach einem Pächter für das Tagungszentrum Schloss Neuenstein.

Neuenstein – Seit Mitte des 13. Jahrhunderts thront Schloss Neuenstein 350 Meter über der gleichnamigen Gemeinde, weithin sichtbar als Wahrzeichen auf einem Gipfel des Knüllgebirges. In seiner wechselvollen Geschichte hat das trutzige Gemäuer gute und schlechte Zeiten erlebt – und auch im Moment „ist es schwierig“, wie Bürgermeister Roland Urstadt berichtet.

Seit Monaten sucht die Gastronomie im Schloss einen neuen Pächter. Einige hätten sich vorgestellt, doch die derzeit unsichere Lage, Personalmangel, aber auch die relativ kleine Küche erwiesen sich als Problem. „Wir sind allen Interessenten finanziell entgegengekommen, aber derzeit ist eine Neuverpachtung leider nicht absehbar“, sagt Urstadt bedauernd. Alle eingegangenen Verpflichtungen werden erfüllt, versichert er, aber derzeit würden keine neuen Seminare angenommen und auch die Trauungen wurden zurückgefahren.

„Vielleicht müssen wir das ganze Konzept von Veranstaltungen auf dem Schloss überdenken“, meint Urstadt. Bislang hätten die Veranstaltungen dort die Kosten stets gedeckt, aber nie große Gewinne abgeworfen.

Am Fuße des Schlosses brummt es mächtig

Am Fuße des Schlosses brummt es in Neuenstein dafür umso mehr. Die Gewerbegebiete in der Gemeinde an der A7 sind voll belegt. „Es gibt bei uns im Moment keine beplanten Flächen“, sagt der Bürgermeister. Schon jetzt sei die Verkehrsbelastung durch die Logistiker groß. „Wenn überhaupt, dann kann ich mir nur noch kleinere Projekte vorstellen“, sagt Urstadt.

Unterdessen nimmt im Ortsteil Obergeis das für die lokale Gesundheitsvorsorge wichtige Projekt „Ärztehaus“ zunehmend Gestalt an. In dem gemeindeeigenen Haus, in dem bereits ein Zahnarzt seine Praxis hat, soll jetzt mithilfe der IKEK-Fördergelder ein Fahrstuhl eingebaut werden. Der Bad Hersfelder Arzt Dr. Franz-Peter Pfingsten will dort eine Dependance einrichten. „Der Fahrstuhl im Haus hilft dann beiden Ärzten und ihren Patienten“, erklärt Bürgermeister Urstadt.

In Untergeis laufen unterdessen die Planungen für den Neubau eines Multifunktionsgebäudes als Ersatz für das in die Jahre gekommene und nicht barrierefreie Dorfgemeinschaftshaus. Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie. Ein Neubau würde vermutlich rund 500 000 Euro kosten – „das wäre dann unser größtes IKEK-Projekt“, sagt Urstadt. Der Bedarf sei da, auch der örtliche Sportverein würde den Neubau gern nutzen.

Das finanziell größte Projekt der Gemeinde Neuenstein ist allerdings der Neubau des Feuerwehrhauses für die neu formierte Wehr Neuenstein-Mitte. Hier soll nach Vorstellung der Gemeindeverwaltung Mitte des Jahres die Baureife erreicht werden. Die Gremien müssen dann darüber entscheiden, ob die Gemeinde selbst baut oder einen Generalunternehmer beauftragt, erklärt der Bürgermeister. Den Kostenrahmen für das Feuerwehrprojekt schätzt er auf rund 4,5 Millionen Euro. kai

Der Bau der Feuerwache für die gemeinsame Wehr von Saasen und Raboldshausen ist unterdessen in der Endabwicklung. Das Feuerwehrhaus in Raboldshausen soll vermutlich zu Pfingsten eingeweiht werden. Bürgermeister Urstadt kritisiert in diesem Zusammenhang die Unterstützung durch das Land. „Die zuwendungsfähigen Kosten sind zu niedrig angesetzt, zumal gleichzeitig die Anforderungen an solche Gebäude immer weiter steigen“, sagt Urstadt.

Trotzdem seinen die hohen Investitionen in die Feuerwehr richtig, denn es gehe dabei um die Sicherheit der Bürger, aber auch der Feuerwehrkameraden, stellt er klar. Deshalb will die Gemeinde Neuenstein in diesem Jahr auch einen neuen Einsatzleitwagen für rund 150 000 Euro und ein Staffellöschfahrzeug für 500 000 Euro anschaffen. Der Zuschuss vom Land betrage dabei aber maximal zehn Prozent, sagt Bürgermeister Urstadt.

Ortsdurchfahrt in Raboldshausen

Etwas Geduld haben müssen die Bürger auf der Landesstraße zwischen Neuenstein und Oberaula. Die Ortsdurchfahrt in Raboldshausen soll ab März und voraussichtlich bis zum Jahresende in zwei Bauabschnitten erneuert werden. „Eigentlich sollten die Arbeiten schon im vergangenen Jahr beginnen, aber hohe Preise und fehlende Angebote haben das verhindert“, sagt Urstadt. Der Durchgangsverkehr werde vermutlich weiträumig umgeleitet, denn im Ort selbst gebe es keine geeigneten Möglichkeiten. Die Bauausführung liege bei Hessen Mobil. Im Zuge des Straßenausbaus werde die Firma Goetel auch gleich die Leerrohre für den Glasfaserausbau verlegen. Als weitere Projekte für das Jahr 2023 nennt der Bürgermeister eine weitere Zufahrt für das Neubaugebiet in Obergeis, die Modernisierung der Gemeindeverwaltung, sowie die Aufstellung eines Radwegeplans.

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