Der Geschichtsverein gibt einen Kalender für 2016 mit historischen Bildern aus Nentershausen heraus

Schnappschüsse von früher

Alte Zeiten mit alter Technik: Nach dem Ersten Weltkrieg gab es in Nentershausen einen Schützenverein. Dem Verein gehörten die Honoratioren des Dorfes an – Beamte vom Amtsgericht, Lehrer, Förster oder Geschäftsleute. Vereinsvorsitzender war Förster Kinkel (mit Bart). In der Deckung fungierte Haumeister Mangold, der Führer der Waldarbeiter – liegend mit seinen Söhnen. Als Deckung diente ein Graben hinter der Zielscheibe. Nach dem Schuss signalisierte man von dort aus, was der Schütze getroffen hatte. Auch dieses Foto, das um 1925 entstand, ist in dem neuen Kalender zu sehen. Repro: Dupont

Nentershausen. Karl-Heinz Berndt hat einmal mehr das getan, was er am liebsten tut: die Geschichte durchstöbert und sie für die Gegenwart aufgearbeitet. Das Ergebnis ist diesmal ein interessanter und sehenswerter Bildkalender für das Jahr 2016. Unter dem Motto „Nentershausen – Bilder aus vergangenen Tagen“ hat er zwölf Fotos zusammengestellt, für jeden Monat eines.

Der Kalender wird vom Arbeitskreis Nentershausen des Geschichtsvereins Rotenburg in Zusammenarbeit mit dem Kalender-Verlag Verden herausgegeben. Berndt ist Vorsitzender des Arbeitskreises. „Es ist der erste Kalender dieser Art, den wir herausgeben“, berichtet Berndt. Der Verlag hatte angeboten, einen solchen Kalender zu gestalten, und Berndt hatte das Bild-Material dazu geliefert.

Die Frontansicht ziert ein Bild der Tannenburg aus dem Jahr 1800, auf dem noch die inzwischen verfallenen Wirtschaftsgebäude zu sehen sind. Der Januar bietet ein Foto der Kinder der „Ruhl“ beim Schlittenfahren in Nentershausen. Es wurde 1929 aufgenommen.

Postbus löst Pferde ab

Es folgen ein Schulbild aus Weißenhasel aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, der neue Postomnibus, der die Pferdepost von Bebra über Nentershausen nach Sontra abgelöst hat, und Fotos vom Holzschneiden oder der Heuernte. Auch eines der ersten Feste am Denser See um 1930 mit Sprungvorstellungen und anderen Wasserspielen ist zu sehen.

Berührend ist auch das Bild von einer Weihnachtsfeier der Bergknappen im Kupferschiefer-Bergwerk der Anlage Wolfsberg bei Bauhaus.

„Ich habe die Fotos den Jahreszeiten entsprechend herausgesucht und alle Nentershäuser Ortsteile berücksichtigt“, berichtet Berndt.

Die Fotos stammen unter anderem aus dem Buchband „Nentershausen – Bilder aus vergangenen Tagen“ (1992). Der Band ist heute noch in der Gemeindeverwaltung erhältlich. Drei Fotos kommen aus dem Heimat- und Bergbaumuseum Nentershausen. Zwei Fotos hat Karl-Heinz Berndt selbst geschossen. Eins davon zeigt eine Hausschlachtung auf dem Hof Krämer an der Gutsstraße in Nentershausen im Jahr 1995.

Den ganzen Tag fotografiert

„Es gab damals wenig Bilder von Hausschlachtungen“, erläutert Berndt. Er nahm sich damals Urlaub und fotografierte den ganzen Tag auf dem Hof bis zum Schlachtekohl am Abend, dem traditionellen Abschlussessen nach einem Schlachtetag.

Kontakt: Der Kalender im Format Din A4 kostet 13 Euro. Er ist ab sofort bei Karl-Heinz Berndt, 36214 Nentershausen, Am Ziegelfeld 7, Telefon 06627/441, erhältlich.

Von René Dupont

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