Aus Schnitzeln wird in Rotenburg Strom

Rotenburg. Moderne Waldmaschinen machen’s möglich: Ein so genannter Harvester fährt zwischen die Bäume. Sein langer Arm greift weit in die Bäume hinein, sägt die unerwünschten ab und kann in einem Arbeitsgang gleich mehrere Stämme bündeln und auf dem Waldboden ablegen.

Dann rollt der Rückezug an, sammelt die Hölzer und befördert sie zum Häcksler, der schon im Wald wartet. Das gehäckselte Holz, die Hackschnitzel, fallen auf einen Anhänger.

Der überwiegende Teil der Hackschnitzel wird direkt zum Kraftwerk gebracht, in diesem Fall das Heizkraftwerk in Bad Arolsen, wo der Brennwert der Schnitzel sich in Strom verwandelt. Einen geringeren Teil lagert die Firma Holstein in Heinebach zur Trocknung ein. Gebäude mit Hackschnitzelöfen, wie die Bad Hersfelder Obersbergschule und die Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg, heizen dann damit.

Der gesamte Prozess der Hackschnitzelgewinnung wurde zuvor öffentlich ausgeschrieben und in diesem Fall die Heinebacher Firma Holstein damit beauftragt. Hessenweit gibt es laut Forstdirektor Dr. Hans-Werner Führer, Leiter des Forstamts Rotenburg, sieben vergleichbare Firmen, mit denen die Forstämter auf diese Weise zusammen arbeiten werden.

Hackschnitzelfirma und die Forstämter profitieren beide. Letztere kalkulierten bei der Waldpflege bisher mit etwa 1000 Euro pro Hektar. Beim neuen Verfahren bleiben Kosten von 150 bis 500 Euro.

Diese Art der Verwertung wird sich laut Heinrich Respondeck, Leiter des Reviers Sterkelshausen, aus zwei Gründen etablieren: Einerseits wachse bei steigenden Ölpreisen die Nachfrage nach Hackschnitzeln, außerdem würden die Maschinen immer leistungsfähiger. Führer: „Die Nachfrage nach Holz steigt stetig und übersteigt das nachhaltige Angebot. Da ist es wichtig, das bei der Waldpflege anfallende Holz energetisch zu nutzen.“

Rubriklistenbild: © Meyer

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