„Feenhäuser“ wurden weggeräumt

Schock für Hobbykünstlerin: Fantasievoller Elfenwald im Wildecker Tal wurde geplündert

So zauberhaft waren die Häuschen im Wildecker Tar: Im vergangenen Jahr waren die Wurzeln noch dekoriert. Jetzt ist das Haus der Fabelwesen leer.
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So zauberhaft waren die Häuschen im Wildecker Tar: Im vergangenen Jahr waren die Wurzeln noch dekoriert. Jetzt ist das Haus der Fabelwesen leer.

Fabelhafte Zauberwesen haben im Wildecker Forst offenbar kein Zuhause mehr: 19 von 33 Feenhäusern, die Hobbykünstlerin Lissy Linß im vergangenen Jahr erschaffen hatte, wurden weggeräumt.

Hönebach – Die Schulsekretärin aus Hönebach hatte Kindern und Erwachsenen mit ihren magischen Behausungen an den Wurzeln von Bäumen und anderen, verwunschen anmutenden Orten des idyllischen und geschichtsträchtigen „hessischen Sanssouci“ viel Freude bereitet.

Oft kam es vor, dass Spaziergänger die Eingänge mit einem Detail aus dem Puppenhaus von zu Hause oder einer kleinen Bastelarbeit zusätzlich ausschmückten. Wichtig war der Ideengeberin dabei immer, dass diese liebevollen „Beigaben“ ausschließlich aus Naturmaterialien bestehen. Denn Plastik im Wald ist für Lissy Linß ökologisch nicht zu verantworten. „Schon gar nicht in einem Elfenwald“, sagt sie lächelnd.

Der Elfenwald mit seinen Hüterinnen wurde im Corona-Jahr ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und Wanderer. Endlich machte der Ausflug am Sonntagnachmittag auch für kleine Stubenhocker wieder Sinn. Es gab eine Challenge, bei der sich Alt und Jung auf die Suche nach den Feenhäusern machten. Dass 19 magische Behausungen jetzt einfach so verschwunden sind, hat Initiatorin Lissy Linß ziemlich schockiert und macht sie traurig.

Hobbykünstlerin Linz: Ein fader Nachgeschmack bleibt

Auch beim ersten Feenhaus, das die Hönebacher Hobbykünstlerin als Eintritt ins Schlafzimmer der Hüterinnen gestaltete, ist jetzt nur noch die verknorzte, nackte Wurzel des Baumes zu sehen. „Entweder haben die Feenhäuser so gut gefallen, dass sie jemand einfach mitgenommen hat“, vermutet Lissy Linß. Vorstellbar ist für sie aber auch, dass böswillige Absichten dahinterstecken könnten. Jetzt überlegt die 53-Jährige, alle Behausungen der Feen selbst wegzuräumen. Denn ein fader Nachgeschmack bleibt: „Es ist schade, dass man den Waldbesuchern jetzt so herzlos und abgestumpft die Freude beim Entdecken der Feenwelt genommen hat“, bedauert Linß.

Leer geräumte Feen-Unterkunft: Lissy Linß hat im Wildecker Tal eine kleine Elfenwelt erschaffen. Jetzt wurden ihre zauberhaften Häuschen ausgeräumt.

In den sozialen Medien bekommt die Hönebacherin viel Unterstützung. Als sie auf Facebook in der Gruppe „Wildeck klatscht und tratscht“ und auf ihrer eigenen Seite den Vorfall schilderte, erhielt sie regen Zuspruch. „Es gab zahlreiche Kommentare von enttäuschten Spaziergängern und Besuchern des Elfenwaldes, die diese Aktion nicht verstehen können“, sagt sie. Einer hat Lissy Linß sogar ermutigt, weiterzumachen und ihr seine Hilfe beim Wiederaufbau angeboten. (Susanne Kanngieser)

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