Wo schon die Bates probten: Vier Jahrzehnte Jugendzentrum in Rotenburg

Dreh- und Angelpunkt Kicker: Das Tischfußballspiel begeistert viele Jugendliche. Von links: Oliver, Michi, Felix, Lisa, Laura, Praktikant Benjamin und Leiter Markus Paul. Foto: Meyer

Rotenburg. Das Juze, das Jugendzentrum in Rotenburg, ist seit vierzig Jahren eine Institution in Rotenburg. Wir haben uns mal auf eine Reise in die Vergangenheit dieses beliebten Treffpunkts gemacht.

Die Tür zum Jugendzentrum steht weit offen, und das ist kein Zufall. Einladend soll das wirken und signalisieren: Jeder ist willkommen, der Gesellschaft sucht. Das Jugendzentrum, in der Stadt traditionell „Juze“ genannt, feiert am Wochenende sein 40-jähriges Bestehen. Mit seinem Leiter Markus Paul haben wir einen Rundgang durch das Gebäude und seine Geschichte gemacht.

Wer durch die Tür tritt, findet einen hohen Raum mit Sitzgelegenheiten, einer Bar und, ganz wichtig, ein Tischfußballspiel vor. Der Kicker, verrät Markus Paul, ist oft Dreh- und Angelpunkt des Jugendzentrums. Wer neu ins Juze kommt, der ist schnell in eine Partie Tischfußball verwickelt. Finanzschüler aus dem Schloss nebenan kommen momentan regelmäßig zum kickern vorbei, und auch junge Flüchtlinge hätten schon Hallo gesagt und seien, das ist Paul wichtig, von der Stammkundschaft genauso freundlich begrüßt worden wie jeder andere Gast.

„Hausrechtler“

An mehreren Abenden in der Woche gehören Michi, Felix, Lisa und Laura zu den ersten Gästen. Alle vier sind sogenannte Hausrechtler. Das bedeutet: Sie haben Verantwortungsbewusstsein bewiesen und so den Status erlangt, dass sie andere Jugendliche mitbetreuen und das Hausrecht ausüben dürfen, wenn sich jemand danebenbenimmt. Harte Alkoholika sowie Drogen sind tabu. Bier und Wein werden zum Selbstkostenpreis an der Theke verkauft, wo momentan oft Benjamin Bier steht, der hier ein Praktikum absolviert.

Früherer Weinkeller

Vom Erdgeschoss führt eine Treppe in die sogenannte Grotte, den früheren Weinkeller mit Rundgewölbe - einen Ort, um den sich Legenden ranken. Ein Schlagzeug und eine vergilbte Schallplattensammlung erinnern daran, dass hier Musikgeschichte geschrieben wurde: Die Eschweger Punkband Bates, die in der Punkszene überregional gefeiert wurde und auch kommerziellen Erfolg hatte, probte hier eine zeitlang, ebenso in den 1980er-Jahren die Rotenburger Punkband Maniacs.

Im obersten Geschoss hat die Rotenburger Kinderförderung ihre Räume. Im ersten Stock befinden sich Pauls Büro, das Archiv mit Aktenordnern, kleine Räume mit Bastelutensilien und Spielesammlung sowie der große Discoraum. Partys mit 200 Gästen hätten hier schon stattgefunden, erzählt Markus Paul. Hier spielen Jugendliche Tischtennis und Billard, und hier proben die Dancing Girls der Stadtjugendpflegerin Sandra Kriese.

Die nächste größere Veranstaltung ist hier für den 13. April geplant: Von 15 bis 18 Uhr wird dann wieder eine Kinderdisco stattfinden.

Wie die Gründung des Jugendzentrums vor 40 Jahren ablief und welche Hürden es zu bewältigen gab, lesen Sie in der gedruckten Freitagausgabe und im E-Paper unserer Zeitung.

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