1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra

Misshandlung auf Klassenfahrt: Vorfall sexualisierter Gewalt unter Schülern wird aufgearbeitet

Erstellt:

Von: Mario Reymond

Kommentare

Symbolbild zum Missbrauchsfall im Main-Kinig-Kreis
Der Vorfall sexualisierter Gewalt ereignete sich auf einer Jahrgangsfahrt einer Gesamtschule aus Hersfeld-Rotenburg. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Während der Jahrgangsfahrt einer Gesamtschule aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat es Ende September 2022 einen Vorfall sexualisierter Gewalt gegeben.

Hersfeld-Rotenburg - Dabei sollen fünf Schüler einer Klasse einen Schüler aus einer Parallelklasse „misshandelt“ haben. Dieses Geschehen ist Tage später von anderen Schülern der Klassenlehrerin mitgeteilt worden, die ihrerseits sofort die Schulleitung darüber in Kenntnis setzte. Von da an wurden zwei Wege eingeschlagen, um den Vorfall aufzuarbeiten.

Die Schulleitung wandte sich sowohl an die Polizei und an das Staatliche Schulamt in Bebra. Für die Staatsanwaltschaft in Fulda erklärte deren Sprecherin, Oberstaatsanwältin Dr. Christine Seban, dass bei ihrer Behörde ein Verfahren in dieser Angelegenheit anhängig sei. Jedoch werde es wohl zeitnah eingestellt, da die Beschuldigten zur Tatzeit noch nicht 14 Jahre alt und damit strafunmündig im Sinne von Paragraf 19 Strafgesetzbuch waren. Jedoch werden die Familien der Beschuldigten wohl weiter Kontakt mit Jugendbehörden halten müssen.

Staatliches Schulamt versucht den Vorfall sexualisierter Gewalt unter den Schülern aufzuklären

Ganz sicher nicht abgeschlossen ist der Vorfall für die schulische Aufsichtsbehörde in Bebra und auch die betroffene Gesamtschule selbst. Mehrere Klassenkonferenzen, unter Beteiligung aller Lehrkräfte, wurden bereits abgehalten, um das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit zu besprechen. Hinsichtlich des eigentlichen Tatgeschehens habe es unterschiedliche Angaben der Mitschüler gegeben, erklärt Jürgen Krompholz, Leiter des Staatlichen Schulamts.

Jürgen Krompholz
Jürgen Krompholz, Leiter des Staatlichen Schulamts Bebra. © Christine Zacharias

Die der Tat beschuldigten Schüler waren nach den vorliegenden Fakten daraufhin für vier Wochen vom Schulunterricht ausgeschlossen worden. „Das Hessische Schulgesetz gibt vor, dass es dabei nicht um eine Strafe geht. Im Vordergrund steht der erzieherische Aspekt, um eine Verhaltensveränderung zu erreichen“, verdeutlicht Krompholz.

Dabei helfen auch Schulpsychologen, von denen es beim Staatlichen Schulamt sieben gibt. Diese haben bereits diesen expliziten Fall mit den betroffenen Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern intensiv besprochen, um Hilfen aufzuzeigen.

Nach Vorfall sexualisierter Gewalt: Schüler werden betreut

In einem weiteren Schritt sind die beiden Klassen räumlich voneinander getrennt worden. Die mit dem betroffenen Schüler ist nahe an den Verwaltungsbereich herangerückt.

Die Schüler der beiden Klassen werden weiterhin begleitet. Auch zwei Elternabende wurden abgehalten, bei denen laut Krompholz eine hohe Betroffenheit zu spüren gewesen sei. Dabei war auch die Jugendkoordinatorin des Polizeipräsidiums Osthessen, Kriminalhauptkommissarin Alexandra Bachmann, die verdeutlicht habe, dass es mit Blick auf sexualisierte Gewalt notwendig sei, besonders die Smartphones der Kinder – als ein Quell des Übels – im Blick zu haben. Da stünden die Erziehungsberechtigten in der Pflicht. (Mario Reymond)

Ein anderer Fall sexualisierter Gewalt an einer Schule in Hersfeld-Rotenburg beschäftigte im vergangenen Jahr die Gerichte: Einem ehemaligen Schulleiter wird Besitz von Pornografie und Kindesmisshandlung in über hundert Fällen vorgeworfen.

Sehr geehrte Leser*innen, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir versehentlich die Gesamtschule Bebra in der Bildunterschrift genannt, an der sich dieser Vorfall nicht ereignet hat. Das war ein Fehler und wir bitten, dies zu entschuldigen.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion