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K+S setzt Arbeiten fort: Erweiterungsfläche wird Mitte 2023 benötigt

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Der weiße Berg wächst: Nachdem im Winter die Bäume auf der Erweiterungsfläche der Halde Hattorf gefällt worden waren, folgt nun die Rodung der Wurzelstubben. Die helle Flanke im Hintergrund ist der 2018 genehmigte erste Erweiterungsabschnitt, der dunkle Teil rechts daneben die alte Bestandshalde.
Der weiße Berg wächst: Nachdem im Winter die Bäume auf der Erweiterungsfläche der Halde Hattorf gefällt worden waren, folgt nun die Rodung der Wurzelstubben. Die helle Flanke im Hintergrund ist der 2018 genehmigte erste Erweiterungsabschnitt, der dunkle Teil rechts daneben die alte Bestandshalde. © Jan-Christoph Eisenberg

Das Bergbauunternehmen K+S setzt am Standort Hattorf des Verbundwerks Werra die Vorarbeiten für den zweiten Erweiterungsabschnitt der Abraumhalde fort.

Hohenroda/Philipsthal – Nachdem auf der Fläche im Waldgebiet Stöckig auf der Gemarkung der Gemeinde Hohenroda bis Ende Februar – überwiegend Fichten – gefällt worden waren, folgt nun die Rodung der Wurzelstubben. Nach einem Eilantrag des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Hessen) war die Baumfällung Ende Januar bis zu einer außergerichtlichen Einigung kurzzeitig gestoppt worden (unsere Zeitung berichtete).

Teil dieser Übereinkunft ist auch, dass die Stubbenrodung zum Schutz der Haselmaus frühestens am 15. April beginnen durfte. Diese geschützte Art sei laut K+S-Sprecher Marcus Janz beim vorangegangenen Monitoring zwar nicht auf der Erweiterungsfläche nachgewiesen worden, der spätere Start dieses Arbeitsschritts komme aber auch anderen Tierarten zugute, die im Waldboden überwintern.

Im Zuge der Vorarbeiten lässt K+S außerdem rund 50 Ameisenhaufen umsiedeln. Knapp zwei Kilometer Amphibienschutzzäune sollen verhindern, dass Berg- und Teichmolche wieder auf das Areal einwandern. Alle Maßnahmen seien eng mit den zuständigen Behörden abgestimmt.

Nach Abschluss der Stubbenrodung sollen der Oberboden abgetragen, das Gelände planiert und die sogenannte Basisabdichtung aufgebracht werden. Diese 55 Zentimeter dicke Schicht besteht aus zwei Lagen Tonmineralen, einer Entwässerungsschicht aus Schotter sowie Drainageelementen. Sie soll laut K+S weitgehend verhindern, dass salzhaltiges Abwasser von der Halde in den Untergrund sickern.

Spätestens Mitte 2023 sollen alle Vorarbeiten abgeschlossen sein. So lange reicht laut K+S noch die Kapazität des 2018 genehmigten ersten Erweiterungsabschnitts. Das Unternehmen geht davon aus, bis dahin vom Regierungspräsidium Kassel (RP) auch die Genehmigung für die eigentliche Haldenerweiterung zu erhalten. Bislang hat das RP nur den vorzeitigen Beginn der Vorbereitungen zugelassen.

An dieser Vorab-Genehmigung hatte der BUND Anfang des Jahres Kritik geübt. RP und K+S bezeichneten dieses Vorgehen hingegen mit Hinweis auf die umfangreichen, teils an bestimmte Jahreszeiten gebundenen Vorarbeiten als üblich. » SEITE 9

Jährlich 7,6 Millionen Tonnen feste Rückstände

70 Prozent des unter Tage gewonnen Rohsalzes ist laut K+S nicht wirtschaftlich nutzbar. Am Standort Hattorf des Verbundwerks Werra in Philippsthal werden jährlich rund 7,6 Millionen Tonnen fester Abfall – überwiegend Steinsalz – auf einer Halde aufgeschüttet. 2018 hatte das RP den ersten von drei Erweiterungsabschnitten genehmigt. Der im Juli 2021 beantragte zweite Abschnitt umfasst 16,6 Hektar, davon 10,8 Hektar Halde sowie 5,8 Hektar Sicherheits- und Grünstreifen.  (Jan-Christoph Eisenberg)

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