Einige Weidetiere bleiben draußen – In Ställen führt Kälte derzeit zu Problemen

Schweine fühlen sich im Schnee sauwohl

Die Berkshire-Schweine von Manuel Stück aus Wüstefeld spielen im Schnee wie kleine Kinder.
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Die Berkshire-Schweine von Manuel Stück aus Wüstefeld spielen im Schnee wie kleine Kinder.

Immer wieder gehen beim Kreisbauernverband Anrufe von besorgten Spaziergängern ein, die Mitleid mit Nutztieren haben, die trotz der Eiseskälte noch draußen sind.

Wüstefeld - „Es gibt Tiere, die gehören einfach nicht in den Stall“, sagt Stefanie Wittich, stellvertretende Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands. Rassen, die das ganze Jahr über draußen seien, bilden ein ausreichend dickes Winterfell, das auch wasserabweisend ist.

Die meisten Rinder, Schafe und Pferde kommen ab Dezember normalerweise schon in den Stall. Der Grund dafür ist, dass sich das Grünland dann erholen muss. Wenn der Boden matschig ist, bestehe die Gefahr, dass das Gras nachhaltig beschädigt wird. „Das droht im Moment bei der dichten Schneedecke aber nicht. Deswegen bringen viele ihre Pferde und Kühe tagsüber auch mal in den Schnee – die freuen sich darüber. Anders ist es bei Hühnern. Die gehen nicht gerne in den Schnee“, sagt Wittich. Wenn also derzeit bei Mobilställen keine Hühner zu sehen seien, liege das nicht daran, dass der Besitzer die Tür geschlossen hat.

Der extreme Schneefall und die extreme Kälte haben auch bei den Landwirten, die ihre Tiere im Stall haben, zu Problemen geführt. Minus 5 oder minus 10 Grad seien normalerweise kein Problem, so Wittich. „Aber bei minus 20 Grad friert es auch im Stall. Da muss man aufpassen, dass die Tränken nicht einfrieren. In mehreren Fällen in unserem Landkreis sind die Melkroboter eingefroren. Da muss man so schnell wie möglich eine Lösung finden – für die Kühe ist es sehr schmerzhaft, wenn sie nicht rechtzeitig gemolken werden.“

Das passierte zum Beispiel bei Landwirt Krause aus Sontra-Donnershag. In Sontra war zu Beginn der Woche die kälteste Temperatur Hessens gemessen worden (wir berichteten). Deswegen froren dort die Melkroboter wieder und wieder ein. Der Königswälder Landwirt Alexander Wetzel leistete daraufhin Nachbarschaftshilfe der besonderen Art. „Er konnte drei Nächte lang kaum schlafen aus Sorge um seine Tiere. Da haben wir kurzerhand seine 100 Kühe noch mit aufgenommen, die wir jetzt zusätzlich zu unseren eigenen 150 Kühen melken.“

Eis im Stall kann auch noch zu anderen Problemen führen. Viele Unterstände sind mit Spaltenböden ausgestattet – der Kot fällt dabei durch Spalten in einen Güllegang darunter. Wenn diese Spalten zugefroren sind, wird es schwierig, den Stall sauber zu halten.

Solche Probleme hat der Rotenburger Manuel Stück nicht. Seine Berkshire-Schweine sind – natürlich, wie er sagt – auf der Weide. Gleiches gilt für seine Rinder der Rasse Rotes Höhenvieh. Beides sind besonders robuste Rassen (siehe Hintergrund). „Die sind immer draußen und haben jetzt ihren Spaß im Schnee“, sagt der 25-jährige Hobbyzüchter. Für die Nacht haben die Schweine mit Stroh ausgelegte Thermohütten auf ihrer Weide, die Rinder einen Offenstall.

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