Die jüngste Streicherklasse des Landkreises musiziert an der Lindenschule Heinebach

Mit sieben den Bogen raus

Heinebach. Das wohl jüngste Streichorchester im Kreis probt in der sechsten Stunde. Sina, Pierre, Romy, Lia und die anderen greifen zu Geige, Cello und Kontrabass, und Wolfram Waldeck gibt ihnen vor, worum es geht: „Meine Finger können sehen, wenn sie über Saiten gehen.“

Sieben Jahre sind die Zweitklässler der Lindenschule in Heinebach, der einzigen Musikalischen Grundschule im Kreis Hersfeld-Rotenburg, die derzeit zusammen im Pilotprojekt Jeki - Jedem Kind ein Instrument - auf ihren Streichinstrumenten musizieren. Das Projekt wird initiiert von einer Stiftung mit Sitz in Bochum. Wolfram Waldeck, Musiklehrerin Dorothea Becker-Puhl und Agnes Dürr, die in Heinebach seit mehreren Jahren musikalischen Frühunterricht gibt, wollen den Kindern zwei jahre lang eine musikalische Grundausbildung im Klassenverband geben. Kostenlos bekommen die Kinder ein Streichinstrument an die Hand und lernen spielerisch den Umgang mit Tönen, wie sich in der Übungsstunde zeigt.

Grundlagen

Was geschieht, wenn der Bogen über die Saiten streicht, wie ist er überhaupt zu halten, welche Töne erklingen, wenn man welche Saite mit den Fingern zupft - es geht ums Grundlegende, vor allem aber auch ums Spielerische. Erste Lieder mit einfachen Tonfolgen heißen „Fühl’ mal, hör’ mal“, „Ist ein Mann in’ Brunn’ gefallen“ und, natürlich gerade passend, „Lieber guter Nikolas“.

Gruppenunterreicht

Neben der gemeinsamen Unterrichtsstunde gibt es noch einmal in der Woche Gruppenunterricht für die einzelnen Instrumente: neun Violinen, vier Bratschen, vier Celli und einen Kontrabass spielen die 18 Jungen und Mädchen. „Solch ein Unterricht in einer zweiten Klasse ist recht einzigartig“, sagen Waldeck und Becker-Puhl übereinstimmend. Die Instrumente, etwas kleiner als die Erwachsenen-Ausführung, wurden über das Programm beschafft - sie haben zusammen einen Wert von mehr als 10 000 Euro, wie Waldeck sagt.

Gerade kurz vor dem Weihnachtskonzert ist die Gruppe mit Feuereifer dabei. Die Lieder sitzen, das Nachwuchs-Orchester spielt so diszipliniert, wie Zweitklässler in einer sechsten Schulstunde nur irgend sein können. Und die Begeisterung spielt mit. „Klingt es schön in diesem Haus, erhalten wir Applaus“, singen sie auf die nächste Tonfolge. „Das Lied nochmal üben?“, fragt Wolfram Waldeck. Die Antwort ist vielstimmig: „Jaaa!“ www.jedemkind.de

Von Rainer Henkel

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