Mit großer Familie geplant

Porträt zum Muttertag: Silke Altmann aus Rotenburg hat gleich sechs Töchter

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Sieben Altmann-Frauen auf einen Schlag: Mutter Silke Altmann hat gleich sechs Töchter. Das Bild zeigt von links Luise, Carolin, Marlene (vorn), Juliane, Amelie und Henrike. Das komplette Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuzchen oben rechts klicken.

So viel über das Muttersein berichten wie Silke Altmann, das können in Waldhessen wohl nur wenige. Die Rotenburger Läuferfamilie hat gleich sechs Töchter.

Mit ihnen hat die 54-Jährige, die schon in ihrer Jugend ein Leben mit vielen Kindern plante, in den vergangenen drei Jahrzehnten zahlreiche gesellschaftliche Veränderungen erlebt: Die ältesten beiden sind 27 und 26 Jahre alt, die mittleren 20 und 18 und die beiden jüngsten 13 und elf.

Mitte der 90er-Jahre war es noch normal, dass die meisten Mütter mindestens in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder zu Hause waren. „Seit ungefähr zehn Jahren wird gefordert, dass man möglichst schnell wieder berufstätig ist“, sagt Silke Altmann. Das macht sie altmodisch – denn sie ist zwar Lauftrainerin, aber in erster Linie Mutter und Hausfrau. Damit hat sie kein Problem. „Besonders die ersten Jahre sind eine sehr wertvolle Zeit. Ich hatte meine Töchter sehr gerne bei mir, bis sie sich mitteilen konnten“, sagt Silke Altmann. In den Kindergarten gingen ihre Mädchen dann aber natürlich. Denn was der Nachwuchs dort lernt, kann man zu Hause nicht ersetzen. 

Die Herausforderungen für die sechsfache Mutter haben sich im Laufe der Jahre stark verändert. Waren es anfangs etwa die täglichen Wäscheberge, sind es heute in viel größerem Ausmaß die Schulaufgaben. „Meine beiden Ältesten haben ihre Nachmittage draußen verbracht, zum Beispiel auf dem Spielplatz. Heute sitzen die Kinder fast jeden Tag bis nachmittags in der Schule – und dann kommt ein großer Berg von Hausaufgaben.“ Dabei seien die Eltern weitaus mehr gefordert als früher. Eines hat sich allerdings nicht geändert: Alle Altmann-Frauen laufen, wie natürlich auch Vater Andreas.

Ist das zufällig passiert, ist das freiwillig? „Zufällig nicht – aber freiwillig auf jeden Fall“, sagt die Trainerin, die eine B-Lizenz hat. Wenn man sie fragt, ob man seine Kinder zu ihrem Glück zwingen kann oder sollte, sagt sie: Nein. „Zwang ist fast nie gut. Ich würde es eher Überlisten nennen“, sagt sie mit einem fast schelmischen Lächeln. So war es für ihre Töchter einfach normal, dass sie mit der ganzen Familie fast jedes Wochenende bei einer anderen Laufveranstaltung waren. Da gab es danach Kuchen – eine süße Überzeugung, dass das Laufen Spaß macht.

Wenn man die 54-Jährige fragt, was eine gute Mutter ausmacht, hält sie kurz inne. „Ich bin bestimmt nicht immer eine gute Mutter. Man ist mal genervt, hat nicht immer die richtige Antwort auf alle Fragen und Probleme. Der Anspruch, perfekt zu sein – daran kann man als Mutter eigentlich nur scheitern“, sagt sie. Klar sei, dass zuerst ihre Kinder kämen und dann sie selbst. Doch es sei auch extrem wichtig, dass man als Mutter auch Dinge für sich selbst tut.

Bei gleich sechs Kindern drängt sich eine Frage auf, die sich auch Eltern von zwei oder drei Kindern stellen: Kann man alle Kinder gleich behandeln? „Nein, weil alle unterschiedlich sind. Ein Lieblingskind habe ich aber auf keinen Fall. Mit manchen Kindern hat man mehr Gemeinsamkeiten als mit anderen. Und das ist auch in Ordnung“, sagt die 54-Jährige. Werdenden und jungen Müttern gibt sie den Tipp, sich nicht im Vorhinein zu viele Gedanken darüber zu machen, wie es werden könnte. Denn wenn die Kinder da sind, „wird sowieso alles ganz anders“. Sie rät: Einfach gespannt sein. „Und als Christin sage ich: Man sollte Dankbarkeit dafür empfinden, dass man mit Kindern beschenkt wird“, sagt die Rotenburgerin.

Dem Muttertag misst sie keine allzu große Bedeutung bei. Viel wichtiger als ein Blumenstrauß sei ihr ein Anruf oder praktische Hilfe im Alltag. Wenn zum Beispiel die Älteste mal auf die Jüngsten aufpasst. Aber die selbst gebastelten Geschenke und Briefe der kleineren Kinder – „die rühren jede Mutter.“ (czi)

Zur Person:

Silke Altmann (54) ist in Bad Hersfeld aufgewachsen. Sie ist gelernte Justizfachangestellte und Krankenschwester. Ihr Mann Andreas (52) kommt aus Rotenburg und ist Dozent für Steuerrecht. Sie lernte ihn über einen Zeitungsartikel kennen, in dem es um den damaligen Lauftreff von Andreas ging. Das Ehepaar lebte zunächst einige Jahre in Frankfurt, zog aber noch vor der Einschulung der ältesten Tochter nach Rotenburg.

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