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Solarparks sollen Energiewende fördern: Nentershausen will Konzept für Freiflächen-Fotovoltaik erstellen

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Von: René Dupont

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In vielen Kommunen läuft jetzt die Planung für Freiflächen-Fotovoltaik auf Hochtouren: Diese Anlage oberhalb von Rotenburg nahe der BKK-Akademie besteht bereits seit Jahren. Links im Hintergrund ist das HKZ zu sehen.
In vielen Kommunen läuft jetzt die Planung für Freiflächen-Fotovoltaik auf Hochtouren: Diese Anlage oberhalb von Rotenburg nahe der BKK-Akademie besteht bereits seit Jahren. Links im Hintergrund ist das HKZ zu sehen. © René Dupont

Die Energiewende nimmt Fahrt auf. Auch die Gemeinde Nentershausen will ein Gesamtkonzept für die Errichtung von Freiflächen-Fotovoltaikanlagen erstellen.

Nentershausen – Zwei interessierte Investoren hatten ihre Pläne bereits im November vorgestellt. Weitere Interessenten sind dazugekommen.

In der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung wird das Thema erneut auf der Tagesordnung stehen. Umweltplaner Heinrich Wacker wird dann aufzeigen, welche Möglichkeiten es für die Gemeinde gibt, einen Flächenplan für Fotovoltaikanlagen zu erstellen. Die Sitzung findet am Mittwoch, 25. Januar, ab 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Dens statt.

„Dabei geht es sowohl um Flächen der Gemeinde, als auch um private Flächen“, betont Bürgermeister Ralf Hilmes (SPD). Auf ihre Eignung geprüft werden sollen alle Flächen. Geklärt werden muss unter anderem, ob eine Nutzung der Flächen sinnvoll und genehmigungsfähig ist. „Auch rechtliche Vorgaben müssen dabei natürlich berücksichtigt werden, zum Beispiel naturschutzrechtliche Vorgaben“, sagt Hilmes.

Wenn das Konzept steht, wird es dem Parlament zur Beratung und Entscheidung vorgelegt. Das Parlament muss dann der Änderung der jeweiligen Bebauungspläne zustimmen.

Bislang haben zwei mögliche Investoren ihre Pläne vorgestellt. Dazu gehört die Firma Belectric. Sie ist ein Mitglied der Elevion-Gruppe. Belectric ist nach eigenen Angaben einer der führenden Dienstleister in der Entwicklung, im Bau und im Betrieb von Solarkraftwerken in Europa. Der Solarenergie-Spezialist blickt auf mehr als 20 Jahre Erfahrung im Kraftwerksbau zurück und hat weltweit über vier Gigawatt Solarleistung errichtet, betonten Vertreter des Unternehmens bei der Vorstellung.

Das Unternehmen hat in der Gemeinde Nentershausen zwei private Standorte im Blick. Beide liegen in der Gemarkung Weißenhasel. Mehrere Flächen mit insgesamt neun Hektar liegen neben der Kupferstraße. Der zweite mögliche Standort liegt unterhalb der Kubenecke – mit einer Größe von vier Hektar. Insgesamt geht es also um 13 Hektar. Das entspricht etwa der Größe von 18 Fußballfeldern.

Gemeinde und Bürger beteiligen

Die erwartete Spitzen-Leistung der beiden Anlagen liegt bei etwa 15 Megawatt. Damit könnten etwa 4500 Haushalte mit vier Personen und einem Jahresverbrauch von 4000 kW/h je Haushalt versorgt werden, rechnet das Unternehmen vor.

Die Gemeinde kann mit Einnahmen seitens des Betreibers in Höhe von 0,2 Cent pro Kilowattstunde rechnen. Bei einer Spitzenleistung von 15 Megawatt wären das 30 000 Euro pro Jahr – also 900 000 Euro in 30 Jahren, so die Berechnung von Belectric.

„Sollte bereits eine Genossenschaft in der Gemeinde existieren, so kann sie sich an der Projektgesellschaft in einer von ihr gewünschten Höhe beteiligen. Ist noch keine Genossenschaft vorhanden, haben die Bürger die Möglichkeit, eine zu gründen“, betont Belectric.

Pachtverträge sind unterschrieben

Die zweite Firma, die ihre Pläne vorgestellt hat, ist „Energy Heroes“. Sie arbeitet eng mit der Solea AG zusammen. Ein Standort, den dieses Unternehmen im Blick hat, liegt in der Gemarkung Süß, südlich der Kupfertorstraße in Richtung Bauhaus mit einer Größe von 3,2 Hektar. Die Fläche liegt etwa 550 Meter entfernt vom Ort und ist von dort und auch von der Straße aus nicht einsehbar, betont das Unternehmen.

Das zweite mögliche Projekt mit einer Fläche von 7,4 Hektar liegt etwa 500 Meter südlich von Weißenhasel auf einem Plateau mit der Bezeichnung „Finsterthal“ und einer starken Hanglage. Von der Ortschaft aus ist es nicht einsehbar.

Die erwartete Leistung in Weißenhasel: 5,3 Megawatt, in Süß: 2,4 Megawatt. Zusammengefasst könnten damit etwa 2870 dreiköpfige Haushalte (8600 Personen) mit Strom versorgt werden, rechnet das Unternehmen vor. „Damit wäre die Gemeinde energieautark“, betont die Firma „Energy Heroes“.

Das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) lässt die direkte Zahlung von Betreibern an die Standort-Gemeinden zu. Diese Zahlung kann bis zu einem Höchstbetrag von 0,2 Cent pro Kilowattstunde gehen. Diese 0,2 Cent pro Kilowattstunde sagt auch „Energy Heroes“ der Gemeinde zu – etwa 17 000 Euro pro Jahr. Auch die Gewerbesteuer soll in der Gemeinde verbleiben.

Die Pachtverträge für die Standorte, die die Unternehmen im Blick haben, sind bereits abgeschlossen.

Entschieden ist aber noch nichts. Zunächst muss die Gemeinde ein Gesamtkonzept und einen Flächenplan erstellen. Dann erst fällt die Entscheidung, welche Investoren zum Zug kommen. (René Dupont)

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