„Wir sind dann mal weg!" in der Radsporthalle

Spiel, Spaß und Wortwitz: Theater in Tann begeisterte das Publikum

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Irmgard Schmidts große Theaterfamilie: Gleich zweimal zogen Mitglieder und Helfer der Theatergruppe des Tanner Radsportvereins knapp zwei Stunden lang alle Register, um all ihren Zuschauern einen vergnüglichen, multimedial aufgepeppten Theaterabend zu bereiten. Der Titel des neuen Schmidt-Stücks „Wir sind dann mal weg!“ wurde zum guten Schluss – wie das bei heimattreuen Ludwigsauern manchmal so ist – allerdings umgekehrt: „Wir sind wieder da!“

Tann. Mit viel Liebe zum Komödiantischen, Spiel- und Wortwitz, Spaß an der Freude, Körpereinsatz, Überraschungen und Knalleffekten begeisterte die Theatergruppe des Tanner Radsportvereins am Wochenende gleich zweimal ihr ein ums andere Mal verzücktes Publikum.

Vielleicht lag es daran, dass es in „Wir sind dann mal weg!“ vom Besengrund nach Mallorca ging, oder auch daran, dass Autorin und Regisseurin Irmgard Schmidt neben den bekannten musikalischen Sahnehäubchen ganz neue unterhaltende Elemente in ihr Werk eingebaut hatte. So demonstrierte Erfinder Arne Koch (Timo Schönhauer) recht bald mit Lebensgefährtin Melina Krebs (Brunhilde Schuch), wie sein Ballermann-Feeling-Getränke-Automat funktioniert, und alle in die Radsporthalle Gekommenen durften probieren, wie das, was aus dem Gerät herauskommt, schmeckt.

Chaos auf der Bühne

Daneben gab es Chaosszenen en masse. Etwa die, als Opa Sommer (Karl-Heinz Bickhardt) mit „Rotzlöffel“ Paul vom gemeindlichen Wasseramt (Tobias Schönhauer) über die Bezahlung der Wasserrechnung streitet, oder die, als Olivia vom Frauentausch (Eva Klippert) bei Opa Sommer Einzug hält und sofort eine Entschuldigung für das Mathematik-Arbeit-Schwänzen von Enkelin Emma (Leonie Hess) unterschreibt.

Sohn Enrico (Helgo Pfau) und Schwiegertochter Corinna (Beate Dick) leben derweil schon lange mit unbezahlten Rechnungen und Enkelin Letizia (Leonie Dick) sammelt erste Erfahrungen mit Freundschaft und Liebe. Darüber hinaus mit von der Partie sind Melinas Freundin Larissa (Kathrin Schuch), die Kinder Linus Krebs (Tobias Schönhauer) und Nicola Krebs (Sophia Hess) sowie die Partygäste Finnja (Maike Althoff) und Jenny (Tabea Dinger).

Da sowohl Sommers als auch die ebenfalls geldklammen Krebsens ihr Heil in der Flucht nach Mallorca sehen, treffen sie ohne voneinander zu wissen in der in Palma angeblich kostenfrei zu habenden Finca 110 zusammen. Diese ist kurz vor ihrem Abriss mehrfach vergeben worden, so dass sich das Chaos – die Finca hat ein einziges Zimmer mit „ohne“ Strom und Wasser – potenziert. Gut, dass Arne, der sich von Anfang an als „König von Mallorca“ fühlt, nach Verkauf seines Getränke-Automaten im Geld schwimmt und dass der in Tann gebliebene, von Olivia „bespaßte“ Opa eine Rentennachzahlung erhalten und alle offenen Rechnungen bezahlt hat.

Dem unausweichlichen großen Knall – Bauarbeiter Alfonso (Michael Dinger) legt die Finca nieder – folgt das glückliche Ende: Finca-Erstbewohner Lars (Michael Dinger) verliebt sich in Larissa, alle haben sich gern und entdecken, dass es daheim auch ganz schön ist: „Endlich wieder ein richtiges Bett und man kann aufs Klo gehen, wenn man muss!“

Lang anhaltender Beifall

Lang anhaltender Beifall – nicht zuletzt auch für die charmanten „Schildermädchen“ Tiama Dinger und Amelie Hott - und nach zahlreichen Ehrungen und einer Polonäse durch die Radsporthalle die Gewissheit: „Es war wieder so richtig schee!“

Von Wilfried Apel

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