Gemeinde Alheim entschuldigt sich mit Toffifee

Spielplatzkarussell in Licherode zusammengestürzt – 14-Jähriger verletzt

Zusammengestürztes Karussell auf dem Spielplatz in Licherode jetzt nur noch Erdhaufen
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Hier stand es: Das Karussell auf dem Licheröder Spielplatz ist nach dem Unfall abgebaut worden.

Von dem zusammengestürzten Karussell ist nichts mehr übrig – nur ein großer Erdhaufen erinnert an den Unfall, den es vor ein paar Wochen auf dem Spielplatz in Licherode gegeben hat.

Licherode – Als eine Gruppe von Jugendlichen auf dem Drehrondell spielte, knackte es plötzlich und brach zusammen. Dabei traf einer der Balken den 14-jährigen Vincent Broel aus Morschen am Kopf.

Da sich das Spielgerät nur schwergängig drehte, gab einer der Jugendlichen mithilfe eines Seils von außen Anschwung und brachte das Karussel mit Tempo zum Drehen. Laut der Gemeinde Alheim konnte das Gerät dieser starken Belastung nicht standhalten und stürzte in sich zusammen. Glücklicherweise wurde dabei niemand schwer verletzt. Die Jugendlichen hatten schnell reagiert und waren abgesprungen und zur Seite gerannt. Darüber hat der Extra Tip aus dem Schwalm-Eder-Kreis berichtet. Nur der 14-jährige Morschener bekam durch den Schlag eine dicke Beule am Kopf und starke Kopfschmerzen. Mit der Beule hatte Vincent Broel noch länger zu kämpfen: Der leidenschaftliche Mountainbiker konnte kein Fahrrad fahren, da ihm der Helm nicht mehr passte.

„Was da alles hätte passieren können.“

Bei Vincents Eltern Kathrin und Christian Broel war der Schock groß: „Was da alles hätte passieren können.“ Sie fragten sich, wie es dazu kommen konnte und wandten sich an die Gemeinde Alheim. Diese forderte die Familie auf, den Vorfall erst einmal schriftlich zu schildern. Nach der Eingangsbestätigung, die Broels nur auf Nachfrage erhalten hatten, wie sie sagen, sei lange gar nichts passiert. Inzwischen habe die Gemeinde reagiert: Bürgermeister Georg Lüdtke sei rund vier Wochen nach dem Unfall persönlich vorstellig geworden, um sich für den Vorfall zu entschuldigen.

Bei der jährlichen Sicherheitskontrolle, die zuletzt im April von der Hersfelder Firma Sicherheitstechnik Stolz vorgenommen wurde, schien noch alles in Ordnung. Die Firma äußert sich nicht selbst, sondern verweist auf die Gemeinde. „Bei der Prüfung konnte seinerzeit keine Fäulnis am Balken festgestellt werden“, heißt es dort auf Anfrage unserer Zeitung. Bei der Prüfung wurden alle Holzteile mit einem Hammer abgeklopft und auf Fäulnis geprüft – im April ohne negativen Befund. Dass da etwas faul war, nämlich der Balken im Erdreich, wurde erst nach dem Unglück festgestellt.

Jedes Kind hat eine Packung Toffifee bekommen.

„Wir sind bestürzt über den Unfall auf dem Spielplatz Licherode, bei dem ein Jugendlicher verletzt wurde und entsprechend froh, dass der Vorfall keine noch schwerwiegenderen Folgen für ihn nach sich gezogen hat. Kurz nach dem Vorfall erfolgte eine direkte Kontaktaufnahme mit dem betroffenen Elternteil und wir werden nach Abschluss der Untersuchung der Schadensursache mit allen Jugendlichen in Kontakt treten und eine kleine Wiedergutmachung zur Erholung von dem großen Schrecken hinterherreichen“, erklärte Bürgermeister Lüdtke, als ihn unsere Zeitung um eine Stellungnahme zu dem Vorfall gebeten hatte.

Sein Versprechen hat er gehalten: Jedes Kind hat eine Packung Toffifee bekommen, bestätigt Familie Broel, zusammen mit einem Alheim-Jutebeutel. Das Schadensgutachten hingegen, welches von der Sicherheitsfirma erstellt werden sollte, hätten sie nicht wie angekündigt zu Gesicht bekommen. Dazu Lüdtke: „Die Gründe für den Unfall wurden in einem Gespräch zwischen Bürgermeister Lüdtke und Frau Broel erläutert und besprochen.“ Die Familie sagt, ein solches Gespräch habe es nicht gegeben. Ebenso habe die Kontaktaufnahme nach dem Vorfall nicht auf Initiative der Gemeinde, sondern auf ihre eigene hin stattgefunden.

Broels hatten als Wiedergutmachung etwas mehr erwartet als ein paar Süßigkeiten – vor allem für den verletzten Vincent. Inzwischen wurde das Karussell abgebaut, da es laut Verwaltungsmitarbeiter Bernd Böhle nicht mehr zu retten gewesen wäre und durch das Wrack erhöhte Verletzungsgefahr bestehe. Die Gemeinde plant ein neues Spielgerät auf dem Spielplatz in Licherode. Wann es soweit ist, steht noch nicht fest. (Lea-Sophie Mollus)

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