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Haunetal wartet auf Glasfaser und setzt auf Zusammenarbeit

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Von: Kim Hornickel

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Timo Lübeck
Timo Lübeck © Lübeck/privat

Zwar sind die Haunetaler schon im Vor-Karnevalsfieber, zuvor steht aber noch eine ernste Angelegenheit aus: Der Haunetaler Haushalt muss beschlossen werden.

Haunetaler - Bürgermeister Timo Lübeck stellt einige wichtige Projekte vor, die die Marktgemeinde in diesem Jahr beschäftigen werden.

Die Finanzen

„Wichtig ist, dass 2022 ordentlich abgeschlossen ist“, fasst Bürgermeister Timo Lübeck das vergangene Jahr zusammen. Mit über 80 .000 Euro Überschuss war der Haushalt kalkuliert worden. Stand derzeit verzeichne die Gemeinde sogar einen Überschuss von einer halben Million Euro, wie der Bürgermeister erklärt.

„Das klappt nicht immer“, sagt Lübeck. In 2019 und 2020 hatte die Gemeinde noch mit einer halben Million Euro Defizit zu kämpfen.

Umso besser, dass der Bürgermeister nun beruhigt auf das Jahr 2023 schauen kann. Denn nachdem die Gebühren im Rahmen des Haushaltssicherungskonzeptes angepasst werden mussten, plant Lübeck in diesem Jahr zumindest keine Steigerungen bei den Hebesätzen. Trotzdem müsse die Gemeinde sparsam haushalten.

„Dafür klopft keiner dem Bürgermeister auf die Schulter“, sagt Lübeck. Investitionen ließen sich nur über Kredite finanzieren und „die Lage ist weiter angespannt“, erklärt er mit Blick auf 2023.

Der Bürgermeister will keine Entwarnung geben. „In 2023 warten Unwägbarkeiten.“

Unklare Steuereinnahmen und die Preisentwicklungen generell seien schwer kalkulierbar. Auch die „absehbaren Belastungen durch den Landkreis nehmen zu“, so Lübeck.

Mit Kräften haushalten

Haunetal will mit seinen Kräften haushalten und komprimiert die Abläufe in Verwaltung und Gemeindevorstand. Schon vor zwei Jahren hat die Gemeinde deshalb den Bauausschuss gestrichen. Lübeck setzt auf konstruktive Diskussionen und kompakte Arbeitsabläufe in der Gemeinde. „Es ist parteiübergreifend ein vertrauensvolles Ergebnis“, sagt er.

Die Kräfte sollen auch in der Gemeindeverwaltung gebündelt werden. Deshalb haben Haunetal, Breitenbach/H., Niederaula und Kirchheim eine Zeitenwende eingeläutet und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben (wir berichteten). „Der bürokratische Aufwand steigt und das Personal ist knapp“, erklärt Lübeck. Viele Förderprogramme seien zu komplex zu beantragen, stattdessen wünscht sich Lübeck mehr finanzielle Unterstützung von Bund und Land und dabei weniger Förderanträge. Mit der Zusammenlegung der Verwaltungen könnten sich einzelne Mitarbeiter spezialisieren und die Experten würden sich dann gemeindeübergreifend austauschen, stellt Lübeck das Konzept vor.

Dass der Vorstoß auch eine Zusammenlegung der Gemeinden und dann mit weniger Bürgermeisterämtern verbunden sein könnte, sei Lübeck klar, sagt er. „Aber wir müssen das Leben für die Menschen doch bezahlbar halten,“ erklärt er. Und es sei besser, freiwillig als Gemeinde etwas zu ändern, als irgendwann, und aus Kostengründen, dazu gezwungen zu werden, führt Lübeck weiter aus. Dass er damit auch an seinem eigenen Stuhl sägen könnte, sieht der Bürgermeister gelassen. „Wir prüfen ja zunächst nur die Vorteile und Nachteile.“

Schnelles Internet

In Haunetal fehlt es weiter an einer starken und stabilen Internetverbindung. Um das zu ändern, sollte die Firma TNG die Bürger eigentlich zum Thema Glasfaser informieren und der Bürgermeister hatte auf einen schnellen Ausbau gesetzt. Nach den ersten Informationen stellte der Telekommunikationsanbieter seine Angebote allerdings ein. „Dann hat sich niemand mehr gemeldet“, sagt Lübeck.

Jetzt soll die Firma Goetel aus Göttingen übernehmen. Darauf wollen sich die Haunetaler Gemeindevertreter Ende Januar einigen.

Von Kim Hornickel

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