Die Halden werden grün

K+S stellte in Philippsthal Einzelheiten zum Vier-Phasen-Plan vor

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So könnte es aussehen: Der Vier-Phasen-Plan sieht vor, die Abraumhalden von K+S abzudecken und zu begrünen: Der abgesteckte bereich zeigt ein Versuchsfeld, auf dem Niederschlags- und Sickerwasser gemessen werden.

Philippsthal. Das Land der weißen Berge wird in den kommenden Jahrzehnten sein Gesicht verändern. Der Vier-Phasen-Plan zur Salzabwasser-Reduzierung sieht unter anderem vor, dass die Abraumhalden an den Kali-Standorten Hattorf und Wintershall abgedeckt und begrünt werden.

Einzelheiten haben Vertreter des K+S-Werks Werra am Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung in der Philippsthaler Kreuzberghalle sowie einen Tag später in Heringen vorgestellt.

Umweltingenieur Michael Pühra erläuterte, dass die Halden mit einer fünf Meter dicken Substratschicht versehen werden, die dann mit Gras, Büschen und Bäumen bepflanzt wird. Das Substrat soll das Niederschlagswasser speichern, welches von den Pflanzen verdunstet werden soll. K+S erhofft sich dadurch eine Reduzierung der Haldenwässer um bis zu 80 Prozent; das restliche Abwasser solle weniger Salz enthalten.

Schon seit dem vergangenen Jahr läuft dazu auf der Halde Wintershall ein sogenannter Lysimeterversuch. Eine 25 mal 20 Meter große Fläche ist dort mit drei Metern Substrat abgedeckt und begrünt worden. Gemessen werde dort die Niederschlags- und die Sickerwassermenge. Während auf den Halden bisher unter zehn Prozent des Regenwassers verdunste, seien es auf dem Versuchsfeld im vergangenen Jahr 75 Prozent gewesen, verdeutlichte Pühra. Voraussichtlich im kommenden Jahr startet an einer Flanke der Halde in Hattorf ein halbtechnischer Versuch. Auf 50 Metern Länge mit einer Höhendifferenz von 25 Metern werden fünf Meter Substrat aufgebracht.

Start im Jahr 2025

Erprobt werden sollen dabei Begrünungs- und Bewässerungstechnik sowie die Standsicherheit. Der halbtechnische Versuch soll übergehen in einen Großversuch, bei dem eine komplette Haldenflanke begrünt wird. Ab 2025 solle dann mit der eigentlichen Abdeckung begonnen werden. Unklar sei allerdings noch, welches Material dafür verwendet wird. Derzeit experimentiere man mit Asche aus der Müll- und Kohleverbrennung. Dieses Material rutsche an den steilen Haldenflanken nicht ab. Verworfen habe man den Einsatz von Gummimatten, die auf der Halde zu großen Zugkräften und UV-Strahlung ausgesetzt seien.

Größtes Einzelprojekt aller Maßnahmen zur Abwasserreduzierung ist jedoch der Bau einer Kainit-Kristallisation-Flotations-Anlage am Standort Hattorf, deren Funktionsweise Dr. Stamatia Katsiaouni erläuterte. Prozesswässer aus Unterbreizbach und Wintershall sollen darin durch Eindampfen kristallisiert werden. Die Wärme dafür kommt aus dem Kraftwerk Hattorf. Im anschließenden Flotationsverfahren werden Kainit und Sylvin abgetrennt und bei der Herstellung von Kaliumsulfat verwertet. Weiterhin falle Halit ab, das aufgehaldet werde. Die Restlösung müsste weiterhin durch Versenkung oder Einleitung entsorgt werden. (jce)

Mehr lesen Sie am Freitag in der Hersfelder Zeitung.

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