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Sternenpark-Führer Marcus Göttlich erklärt den Nachthimmel

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Bringt den Menschen die Himmelskörper näher: Marcus Göttlich aus Ausbach ist Sternenpark-Führer im Biosphärenreservat Rhön. Das Lego-Modell von Sonne, Erde und Mond haben seine Kinder gebaut.
Bringt den Menschen die Himmelskörper näher: Marcus Göttlich aus Ausbach ist Sternenpark-Führer im Biosphärenreservat Rhön. Das Lego-Modell von Sonne, Erde und Mond haben seine Kinder gebaut. © Jan-Christoph Eisenberg

Marcus Göttlich ist einer von insgesamt 20 neuen Sternenparkführen im Biosphärenreservat Rhön. Wir stellen den Ausbacher und seine neue Tätigkeit vor.

Ausbach – Bis zu 6000 Sterne sind mit bloßem Auge am Nachthimmel über der Region zu sehen – sofern dieser nicht durch künstliche Lichtquellen auf der Erde überstrahlt wird.

Die wichtigsten davon will Marcus Göttlich künftig interessierten Besuchern näherbringen. Der 51-Jährige aus dem Hohenrodaer Ortsteil Ausbach hat kürzlich als einer von insgesamt 20 neuen Sternenparkführen im Biosphärenreservat Rhön seine Prüfung bestanden. Er ist damit einer von nur zwei Bewohnern des Landkreises Hersfeld-Rotenburg mit dieser Qualifikation.

„Astronomie hat mich schon früher interessiert. Ich hatte selbst ein Teleskop, habe viele Bücher zum Thema gelesen und Podcasts gehört“, erinnert der gelernte Heilerziehungspfleger, der lange Zeit in der Schweiz gelebt hat und seit einiger Zeit dem Verein Sternenpark Rhön angehört.

Durch die Mitgliedschaft sei er auch auf die Ausbildung aufmerksam geworden. Aus über 90 Bewerbern wurde der Ausbacher ausgewählt und in den vergangenen fünf Monaten in Wochenend-Seminaren an wechselnden Orten in der hessischen, thüringischen und bayerischen Rhön auf seine Aufgabe vorbereitet. Auf dem Stundenplan des 80-stündigen Lehrgangs standen die Themenfelder Astronomie, Umwelt, Mensch und Natur, Kultur und Landschaft, aber auch Kommunikation und Führung sowie Recht und Betriebswirtschaft.

Die von den Biosphärenreservats-Verwaltungen in Kooperation mit der Rhön GmbH und dem Verein Sternenpark Rhön organisierte Ausbildung wurde finanziell unterstützt von mehreren Landkreisen sowie der Tourismusregion Nördliche Kuppenrhön, zu der die Osktreis-Kommunen Friedewald, Heringen, Hohenroda, Philippsthal und Schenklengsfeld gehören.

Als zertifizierter Sternenparkführer wird Marcus Göttlich künftig sowohl öffentliche als auch individuelle Touren übernehmen, die der Sternenparkverein an mehren Orten, darunter der Himmelsschauplatz am Fuß des Soisbergs im Hohenrodaer Ortsteil Soislieden, anbietet.

Vor seinen ersten Einsätzen habe er durchaus Respekt, gesteht der 51-Jährige. Insbesondere bei trübem Himmel müsse er den versperrten Blick auf die Sterne durch seine Erklärungen auffangen. „Da können die 90 Minuten ziemlich lang werden“, sagt Marcus Göttlich, der seine Leidenschaft für Sterne mit Sohn Levin teilt.

Zwar sei die Sicht im Winter meist besser, die Rahmenbedingungen für eine Führung wegen der höheren Temperaturen im Sommerhalbjahr jedoch günstiger, hat der Hohenrodaer festgestellt.

Bei den Führungen setze jeder Sternenparkführer individuelle Schwerpunkte, erklärt Marcus Göttlich. Er selbst habe nicht den Anspruch, komplexe astrophysikalische Zusammenhänge hochwissenschaftlich abzubilden, sondern wolle vielmehr verständlich und familiengerecht für Laien die wichtigsten Himmelskörper und -phänomene erklären, betont er.

Dabei will sich der Ausbacher im Wesentlichen auf das beschränken, was ohne Hilfsmittel oder maximal mit dem Fernglas erkennbar ist: prägnante Sternbilder wie den großen und kleinen Wagen etwa, oder den Mond und die Mondphasen. Auch die sogenannte Lichtverschmutzung und ihre Folgen für Mensch und Natur werden bei Göttlichs Führungen Thema sein.

Zwar sei in der dünn besiedelten Rhön die Nacht noch wesentlich dunkler als in den Ballungsräumen – alle 6000 Sterne seien durch künstliche Lichtquellen in Gewerbegebieten, an Straßen oder auf Privatgrundstücken aber auch hier längst nicht mehr überall mit bloßem Auge zu sehen.

(Jan-Christoph Eisenberg)

Zur Person

Marcus Göttlich (51) ist im Hohenrodaer Ortsteil Ausbach aufgewachsen. Der ausgebildete Heilerziehungspfleger arbeitet als Teamleiter im Wohnbereich des Behindertenhilfe-Netzwerks Antonius in Fulda. Marcus Göttlich lebt in Ausbach, ist alleinerziehend und hat drei Kinder. Zu seinen Hobbys gehören neben der Astronomie auch Fotografieren und Fußball. Er ist Fan von Eintracht Frankfurt. (jce)

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