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14 Stolpersteine zur Erinnerung an Holocaust-Opfer in Rhina verlegt

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Von: Laura Hellwig

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Ein Stolperstein für Greta Katzenstein: Im Hintergrund hören die Teilnehmenden der Gedenkveranstaltung die Lebensgeschichte der Rhinaerin.
Ein Stolperstein für Greta Katzenstein: Im Hintergrund hören die Teilnehmenden der Gedenkveranstaltung die Lebensgeschichte der Rhinaerin. © Laura Hellwig

Zum Gedenken an 14 aus Rhina stammende Jüdinnen und Juden sind vor deren Geburtshäusern Stolpersteine verlegt worden.

Rhina - 14 neue Stolpersteine erinnern an die tragische Geschichte der Menschen, die im Haunetal geboren und durch die Nationalsozialisten getötet wurden.. In seiner Rede zu Beginn der Gedenkveranstaltung betonte Haunetals Bürgermeister Timo Lübeck die Bedeutung des Erinnerns an diese Taten vor rund 80 Jahren: „Wir sind es gerade auch den Opfern und ihren Angehörigen schuldig, diese Erinnerung wachzuhalten“, so Lübeck. Er stellte außerdem heraus, dass es in Deutschland nach wie vor Antisemitismus gibt und sich in Deutschland lebende Jüdinnen und Juden unverstanden und bedroht fühlen. Die Stolpersteine sollen dazu anregen, Menschen zu bewegen, sich aktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen und das Gedenken lebendig zu halten.

Zu der Verlegung waren einige Bürgerinnen und Bürger aus dem Haunetal gekommen aber auch Angehörige der deportierten und ermordeten Rhinaer. Vor jedem Wohnhaus, wo ein oder mehrere Stolpersteine vom Bauhof der Gemeinde verlegt wurden, haben die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung angehalten. Jugendliche aus dem Ort haben dann die Biografien der Holocaust-Opfer verlesen. Vor dem Haus der Familie Pfifferling hat der aus Israel angereiste Urenkel ein bewegendes Gebet gesprochen.

Der Gedenkveranstaltung am vergangenen Freitag ist bereits ein Vortrag von Kirchenhistoriker Prof. Dr. Stefan Michels von der Goethe-Universität vorausgegangen, zu dem der Heimatverein Rhina eingeladen hatte. Michels sprach auch bei der Gedenkveranstaltung einige Worte und äußerte dabei Kritik an der Kirche, die ebenfalls eine Mitschuld am Holocaust hatte.

Zum Abschluss der Stolpersteinverlegung kamen die Teilnehmer noch im Rhinaer Dorfgemeinschaftshaus zusammen. Der Nachmittag wurde ebenfalls vom Heimatverein, allen voran von Kurt Bolender, organisiert.   lah

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