Strandfest-Staffellauf: Der geilste Klub der Welt gewinnt

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Die Gewinner vom FC Lommel und einer von den Pimps, die dem Sieger den Deckel des Pokals gemopst hatten: Auch so kommt man von Rang acht auf eins - oder besser gesagt: aufs Siegerbild. 

Rotenburg. Der "geilste Klub der Welt" erreicht fünf Sekunden vor den Handballern der TG Rotenburg und 20 weiteren Teams das Ziel.

Für manchen ist der Strandfest-Staffellauf der Höhepunkt der tollen Rotenburger Tage. Was nicht etwa an den zweifellos großartigen sportlichen Darbietungen liegt, sondern eher an dem Spaß, den die Teilnehmer und die Zuschauer an jedem Sonntagmorgen dieses Heimatfestes miteinander haben. Vor allem im Nachspiel, der Siegerehrung auf dem Rotenburger Marktplatz.

Egal ob sie gewonnen oder verloren haben - die Teamsprecher nehmen den Mund gerne mal voll und werden dafür gefeiert. Auch eher nicht bescheiden und demütig gibt sich Sascha Köhler vom Sieger, dem FC Lommel, als er der Konkurrenz übers Mikro mitteilt: „An den Pokal kommt ihr nicht mehr ran. Den gewinnen wir jetzt jedes Jahr.“ Dann stimmt er das Vereinslied „Lommel ist der geilste Klub der Welt“ an, und alle johlen und freuen sich mit.

Kleine gezielte Seitenhiebe werden auch gerne verteilt. Von Jonas Troch zum Beispiel, der mit den Handballern der TG Rotenburg Zweiter geworden ist. Er nimmt mit seinem Liedchen schwere Jungs aufs Korn, die Pimps. „Genießt das, was jetzt kommt!“, kündigt er an. Der Tenor seines launigen Textes: Angst vor den Pimps sei fehl am Platze. Die könne man ruhig ärgern, die wehrten sich nicht einmal. Und was passiert? Nix. Die harten Kerle in den pinkfarbenen Trikots stecken den Spott mannhaft weg. Vielleicht saß die Enttäuschung über Platz acht auch zu tief. „Einige haben die Stadt kurzfristig verlassen müssen“, hatten sie sich schon vor dem Rennen in Ausreden geflüchtet.

Da sind doch die A-Junioren-Fußballer des SV Rotenburg aus ganz anderem (Weich)holz geschnitzt. Sie waren erst gar nicht angetreten. Über den Grund dafür kann nur spekuliert werden. Das berühmte Glas zu viel?

Jedenfalls blieben sie offenbar lieber mit eher brummendem als schlummerndem Kater in den Federn. Was Norbert Staske, den Ehrenvorsitzenden des SVR, mächtig wurmt. Trotzig kündigt er an, dass sein Klub im kommenden Jahr mit einer Altherrenriege antreten werde. Die Zuschauer hätten sicher nichts dagegen, Norbert Staske auf dem Bobbycar zu erleben.

Nicht ganz auf der Höhe zeigt sich auch der SC Hütte, der Vorletzter wird. Er hat unterwegs das Staffelholz verloren, mit dem im Ziel an die Glocke zu schlagen ist, um die Uhr zu stoppen. Der Versuch, das mit einem Bierglas zu erledigen, endet mit Scherben - wofür sich das Team von der Rathaustreppe aus entschuldigt und damit eine mehrjährige Sperre im allerletzten Moment abwendet.

Nach dem SC Hütte kommen bei den Erwachsenen nur noch die Handballerinnen der FSG Waldhessen II ins Ziel - mit Staffelstab allerdings. Ihrer guten Laune tut das keinen Abbruch. „Alles gut, wir sind gesund“ - eine gesunde Einstellung, perfekt für den-Staffellauf.

FC Lommel gewinnt Rotenburger Strandfest-Staffellauf

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