Lullusfest wackelt

Strandfest, Weinfest und Hippiefestival: Veranstaltungen fallen wegen Corona aus

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Abgesagt oder angezählt: Das Lullusfest und der Red Castle Run in Rotenburg (unten links) wackeln, bereits abgesagt sind das Hippiefestival in Breitenbach am Herzberg und das Strandfest der Fuldastadt.

Das am Mittwoch wegen der Corona-Krise verhängte Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August trifft auch zahlreiche Feste und Events im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Traditionsveranstaltungen wie das Rotenburger Strandfest und das Burg-Herzberg-Festival fallen aus, selbst das Lullusfest im Oktober steht noch auf der Kippe.

In Bebra wird der Höhepunkt der 1250-Jahrfeier zum Corona-Opfer: Die Stadtentwicklung SEB hat den groß angelegten stehenden Festzug Ende Juni ersatzlos gestrichen. Für die zweite Auflage des Volldampf-Festivals im Lokschuppen soll es 2021 einen Ersatztermin geben. Definitiv ausfallen wird auch das Weinfest in der Kreisstadt. Die Bad Hersfelder Festspiele waren bereits Anfang der Woche vorsorglich abgesagt worden.

Bei einigen Veranstaltern im Landkreis herrscht allerdings noch Unklarheit, was als Großveranstaltung gilt. „Im Ministerium konnte mir das auch niemand beantworten“, sagt etwa Torben Schäfer, Chef der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft der Stadt Rotenburg. „Was das Verbot für den Red Castle Run bedeutet, wissen wir deshalb ehrlich gesagt noch nicht.“ Bei der Premiere des Hindernislaufs quer durch die Stadt nahmen im vergangenen Jahr 1300 Menschen teil. Die Neuauflage war für den 29. und 30. August geplant – also kurz vor Ablauf des verlängerten Verbots.

Die Absage des Strandfests (1. bis 6. Juli) ist beschlossene Sache. Das bestätigt Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald auf Anfrage unserer Zeitung. Stattdessen seien „kleinere Aktionen fürs Gemüt“ denkbar. Grunwald verspricht: „Wir werden uns etwas überlegen“. Betroffen vom Verbot ist auch das Burg-Herzberg-Festival, zu dem jährlich über 10 000 Besucher aus ganz Deutschland anreisen. Die Veranstalter versuchen nun, die angekündigten Bands und Interpreten um ein Jahr zu verschieben. „Einfach ist das nicht, dabei geht es für uns um existenzielle Fragen“, sagt Gunther Lorz, Geschäftsführer des Festivals. Die Tickets behielten ihre Gültigkeit, weitere Infos sollen folgen.

Während die Absage des Mobilen Tags und des Weinfests in Bad Hersfeld, das am Pfingstwochenende erstmals im Stiftbezirk stattfinden sollte, so gut wie sicher ist, „ist das Rennen für das Lullusfest noch nicht entschieden“, sagt Rathaus-Sprecher Meik Ebert. In der kommenden Woche finde eine Telefonkonferenz mit Schaustellern, Organisationsteam und Bürgermeister Fehling statt. Für die Entscheidung bleibe noch etwas Luft. 

Verwirung wegen fehlender Definition

Großveranstaltungen bleiben vorerst verboten. Verwirrung gibt es allerdings rund um die Frage, was genau eine Großveranstaltung ist. Eine Definition obliegt den Bundesländern. In NRW zählen dazu etwa Veranstaltungen, bei denen sich mehr als 5000 Besucher zur gleichen Zeit auf einem Gelände befinden. Und in Hessen? Schwer zu sagen. Eine Anfrage unserer Redaktion ließ das Sozialministerium unbeantwortet. 

ses/kai/cig

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