Streit um Heinebacher Spielplatz Kuttendelle geht weiter

Bekamen viel Gegenwind: Bürgermeister Georg Lüdtke, links, und Eibe-Fachberater Felix Böcker präsentierten am Dienstagabend im Haus der Generationen das Spielplatz-Konzept. Foto: Gottbehüt

Heinebach. Das Ringen um das umstrittene Heinebacher Spielplatz-Projekt geht weiter. Die von Bürgermeister Georg Lüdtke als Informationsabend konzipierte Veranstaltung geriet zur Farce.

Denn am Dienstagabend waren nicht, wie wohl erhofft, die Heinebacher Familien und Anwohner ins Haus der Generationen gekommen, für die der Spielplatz später einmal gedacht sein soll. Vielmehr bestand die Mehrzahl der nur knapp ein Dutzend Zuhörer aus Alheimer Kommunalpolitikern, die dem Bau des Spielplatzes für die geplante Erlebnislandschaft am Heinebacher Neubaugebiet kritisch gegenüberstehen - die HNA berichtete.

Vorhandenes verbessern

Am eigentlichen Konzeptentwurf, den Felix Böcker von der Spielplatz-Fachfirma Eibe aus Röttingen bei Würzburg nochmals ausführlich erläuterte, gab es zwar wenig Kritik. Denn mit der Qualität der Spielgeräte, ihren Sicherheitsaspekten und dem ökologischen Anspruch, den die Fachfirma bei der Auswahl der Materialien zugrunde legt, bot sich auch wenig Angriffsfläche. Heftig umstritten war jedoch, ob es überhaupt eines weiteren Spielplatzes an dieser Stelle in Heinebach bedarf - und ob es nicht sinnvoller sei, die bereits vorhandenen Anlagen besser auszustatten.

Alheims Bürgermeister Lüdtke verteidigte den Bau eines Spielplatzes für das Neubaugebiet Kuttendelle. Im vom Gemeindeparlament bereits im Jahr 2005 beschlossenen Bebauungsplan sei festgelegt, dass auch ein Spielplatz geschaffen werden müsse. Als familienfreundliche Kommune, die Alheim sein wolle, gelte es, den jungen Heinebacher Familien wohnortnahe Angebote zu machen, betonte Lüdtke.

„Wir sind immer der Meinung, man muss das um die Ecke haben - ich sage Nein“, erklärte Siegfried Krug, der sich dafür aussprach, lieber die bereits vorhandenen Spielplätze zu verbessern. Zudem mahnte Krug an, nicht nur die Kosten für die Anschaffung sondern auch die Nachfolgekosten eines weiteren Spielplatzes zu bedenken.

Würde das etwa 87 000 Euro teure Projekt - wie vom Bürgermeister geplant - zu 65 Prozent über die Leader-Förderung finanziert, kämen auf die Gemeinde noch etwa 31 000 Euro an Kosten zu. Planungskosten seien bislang noch keine entstanden, betonte Lüdtke. Den ersten Entwurf hat die Firma Eibe für die Gemeinde kostenlos angefertigt.

Friedhelm Diegel von der Alheimer CDU-Fraktion forderte eine Befragung der Bürger in Heinebach, ob diese den Spielplatz überhaupt wollen.

Bürgermeister Lüdtke will nun mit den Bewohnern des Neubaugebietes Kuttendelle ein offenes Gespräch führen. In dieser Runde soll ihnen das Konzept vorgestellt werden „und wir wollen eine Einschätzung von ihnen bekommen“, sagt der Verwaltungschef. Dann soll das Thema, das zurzeit politisch auf Eis liegt, im Parlament erneut besprochen werden, kündigt Lüdtke an.

Von Peter Gottbehüt

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