Streit ums Schulessen: HKZ wehrt sich gegen Vorwürfe der Vizelandrätin

Hersfeld-Rotenburg. Der Streit ums Schulessen geht weiter: Jetzt wirft Vizelandrätin Elke Künholz (SPD) dem Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) Rotenburg vor, es versuche, einen Teil seiner Kosten für das Schulessen auf den Kreis abzuschieben.

Stattdessen müsste das HKZ gemeinsam mit der Schulleitung der Jakob-Grimm-Gesamtschule (JGS) in Rotenburg überlegen, wie die Akzeptanz des Essens gesteigert werden könne.

Gesundes Essen, zubereitet mit Produkten aus der Region, müsse nicht unbedingt vom HKZ in Rotenburg geliefert werden, heißt es in der Stellungnahme von Künholz: „Es gibt eine Reihe weiterer Anbieter von gutem, gesundem und regional erzeugtem Essen, die für unsere Schulen die Mittagsverpflegung sicherstellen können, auch ohne dass sie versuchen, den Landkreis zu hohen Investitionen zu bewegen.“

„Zuletzt hatte das HKZ für die Sicherung der Schulverpflegung 50 000 Euro vom Kreis gefordert.“

Künholz erneuerte ihren Vorwurf, das HKZ habe 50 000 Euro pro Jahr für die „Sicherung der Schulverpflegung“ vom Kreis gefordert. HKZ-Geschäftsführer Guido Wernert hingegen hatte gegenüber dieser Zeitung erklärt, dies sei unwahr. Künholz wiederum nennt diese Aussage „unredlich“. Der Landkreis wolle auch nicht über die geforderten 50 000 Euro an der Küche des HKZ beteiligt sein.

„Es gibt kein Papier mit meiner Unterschrift, in dem eine solche Forderung gestellt wird“, betont Wernert. Investitionskosten seien in die Kalkulation ohnehin nicht eingerechnet worden. Vielmehr habe man mit der vom Kreisausschuss später abgelehnten Ausfallbürgschaft einen Vorschlag von Künholz aufgegriffen. Darüber hinaus habe es keinerlei Forderung gegeben. Auch die Ausfallbürgschaft hätte maximal 26 500 Euro im Jahr betragen sollen und wäre nur in dem Fall fällig geworden, wenn die Zahl der Essen weit unter den heutigen Stand gesunken wäre. Unserer Zeitung liegen Schreiben vor, die Wernerts Darstellung bestätigen.

„Es gibt kein Papier mit meiner Unterschrift, in dem eine solche Forderung gestellt wird.“

Der Kreisausschuss hat sich inzwischen - wie vom Kreistag am Montag beschlossen - erneut mit dem Thema Schulverpflegung durch das HKZ befasst. Das Ergebnis: Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz sollen mit dem HKZ einen Termin ausmachen, um die Probleme erneut zu besprechen.

Welchem Zweck diese Gespräche noch dienen sollen, ist fraglich. Denn Künholz erklärte gestern, der Kreis setze nicht länger auf das HKZ. Den betroffenen sechs vom HKZ belieferten Schulen gehe in Kürze eine Liste mit Anbietern zu. Die Schulen könnten sich den Caterer ihrer Wahl aussuchen.

Wir haben Schulen, in denen das Schulessen hervorragend angenommen wird, etwa in Friedewald oder auf der Hohen Luft in Bad Hersfeld, in Obersuhl oder in Rotenburg an der Grundschule. „Wir haben aber auch Sorgenkinder, und dazu zählt auch die Jakob-Grimm-Gesamtschule (JGS)“, sagte Vizelandrätin Künholz. Sie wies den Vorwurf zurück, der Kreis lasse die Schulen alleine. Es komme vielmehr auf die Bereitschaft der Schulen an, das Mittagessen als soziale Komponente in den Alltag der Schulgemeinden zu integrieren.

Die Schulleitung der JGS hatte dem Kreis nach unserer Berichterstattung vorgehalten, er hätte kein Konzept in der Frage des Schulessens. Der Schwarze Peter würde den Schulen zugeschoben, das HKZ mit ungerechtfertigten Anwürfen überzogen.

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