Streit um „Flachdachwürfel“

Kritik an Bauprojekt im Kurparkviertel – Stadt widerspricht

Großer Bauplatz, großer Frust: Anwohner der Johannes-Klein-Straße im oberen Kurparkviertel vor der ausgehobenen Baugrube des Investorenprojekts.
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Großer Bauplatz, großer Frust: Anwohner der Johannes-Klein-Straße im oberen Kurparkviertel vor der ausgehobenen Baugrube des Investorenprojekts.

Im Kurparkviertel in Bad Hersfeld regt sich Widerstand gegen ein Bauprojekt in der Johannes-Klein-Straße.

Bad Hersfeld - Der Bad Hersfelder Unternehmer Friedrich Krumme plant dort gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Christoph Förtsch den Bau eines Hauses mit sechs Wohnungen im oberen Preissegment auf einem Hanggrundstück mit traumhaftem Blick über Bad Hersfeld. Die Anwohnerinitiative oberes Kurparkviertel wirft dem Bauherren allerdings vor, „die beschauliche Kurparklage für große und baulich hohe Investorenbauten entgegen des gültigen Bebauungsplanes auszunutzen.“

Um dies zu verhindern, hatte es sich die Stadt Bad Hersfeld vor vier Jahren zur Aufgabe gemacht, diesem mit einer zweijährigen Veränderungssperre und einem Bebauungsplan zukünftig einen Riegel vorzuschieben, argumentiert die Initiative um den SPD-Stadtverordneten Dr. Thomas Handke.

Bei erstbester Gelegenheit werde einer Ausnahme von der Einhaltung der Vorschriften des Bebauungsplans seitens der Stadt stattgegeben. „Es gibt Abweichungen vom Bebauungsplan, das Gebäude wird 30 Prozent größer als genehmigt“, sagt Dr. Handke im Gespräch mit der HZ. Auch die Baugrenzen zu anderen Häusern würden nicht eingehalten, behauptet er.

Nun solle dort „ein 14 Meter hohes Mehrfamilienhaus mit von der Straße wahrnehmbaren vier Etagen“ entstehen. Die Nachbarschaft jedoch ist überwiegend mit eingeschossigen Einfamilienhäusern bestückt und kritisiert den 14 Meter hohen „Flachdachwürfel“ am oberen Kurparkrand. „Ist es denn wirklich so einfach, vom Bürgermeister eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten?“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative provokant.

Das Rathaus weist diese Vorwürfe energisch zurück. Auf Anfrage der HZ erklärt Johannes van Horrick, zuständiger Fachbereichsleiter der Technischen Verwaltung: „Der Bebauungsplan ist eingehalten. Lediglich kleinere Überschreitungen der gezeichneten Baugrenze sind befreit worden, da hier die zeichnerische Ungenauigkeit des Bebauungsplans zu einer unbeabsichtigten Härte geführt hätte.“

Auch Bauherr Friedrich Krumme widerspricht gegenüber der HZ den Vorwürfen der Anwohnerinitiative: „Es ist alles in bester Ordnung, wir halten uns an die Vorgaben.“ Geplant sei ein Wohnhaus mit 2,5 Stockwerken auf einem Keller, der komplett im Hang integriert sei, wobei das oberste Stockwerk ein „rückversetztes Penthouse“ sei. „Das wird nicht mehr als ein ganz normales Haus mit gleicher Firsthöhe wie die Nachbarbauten“.

Von Kai A. Struthoff

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