Stromtrasse soll ins Steinbachtal: Ronshäuser tragen Bedenken vor

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Liegt im neuen Südlink-Planungskorridor: Auch der idyllische Ronshäuser See befindet sich mitten im jüngsten Trassenverlaufsvorschlag von Tennet für die Stromautobahn Südlink.

Ronshausen. Besorgt blickt man in Ronshausen auf die jüngsten Trassenverlaufsvorschläge für die Stromautobahn Südlink. Netzwerkbetreiber Tennet prüft Korridor, der durchs Steinbachtal verlaufen würde.

Der Ronshäuser Gemeindevorstand hat sich seit dem Bekanntwerden des neuen Verlaufs zwischen Machtlos und Ronshausen bei der Tennet-Informationsveranstaltung, die Mitte Oktober in Bebra stattfand, intensiv mit dem Verlauf befasst und inzwischen seine Bedenken eingereicht. „Wir haben in rund einem Dutzend problematischer Punkte in einem Onlineformular unsere Interessen angemeldet“, berichtet Ronshausens Bürgermeister Markus Becker. 

Denn in dem angegebenen Korridor durch das Steinbachtal liegen unter anderem der Tiefbrunnen für die Machtloser Trinkwasserversorgung, die Machtloser Kläranlage mit sämtlichen Anschlussleitungen, die gequert werden müssten, sowie das Naturdenkmal Rinaldo-Eiche, die nicht gefällt werden darf und der Ronshäuser See sowie die Gemeinschaftunterkunft für Flüchtlinge im ehemaligen Waldgasthof Immensee, zählt Becker auf - siehe Hintergrund.

„Der Baukorridor, der momentan zur Prüfung angegeben wurde, hat eine Breite von 1000 Metern - die endgültige Trasse wird 30 Meter breit sein“, berichtet Becker. Beim Bau soll laut Tennet überwiegend Gleichstrom-Erdkabel verwendet werden. Die Nord-Süd-Stromtrasse Südlink soll dazu dienen, flexibel Strom aus regenerativen Quellen zu transportieren und die europaweite Anbindung zu ermöglichen. Die Kosten für die 700 Kilometer lange Leitung werden von Tennet mit rund zehn Milliarden Euro angegeben. Finanziert wird Südlink von den Stromkunden.

„Es gibt seitens unserer Gemeinde viele Bedenken zum Trassenverlauf durch unser Steinbachtal - der Ronshäuser Gemeindevorstand hofft nun, dass alle kritischen Punkte im Planungsverfahren auch Berücksichtigung finden“, sagt Bürgermeister Becker. Er sei allerdings guter Hoffnung, dass sich in allen Punkten vernünftige Lösungen finden ließen.

30 Meter breite Schneise

Insgesamt sei es aber bedauerlich, dass eine 30 Meter breite Schneise, die frei von jeglichem Bewuchs gehalten werden müsse, durch das Waldgebiet rund um den staatlich anerkannten Erholungsort Machtlos geschlagen werden solle. Es sei ihm daher wichtig, dass das Verfahren von Anfang an begleitet wird und alle Ronshäuser Bürger informiert sind, sagt Becker.

Hintergrund: Trassenabschnitt 90 durch das Steinbachtal

Der Verlauf der Nord-Süd-Stromtrasse Südlink wird seit Anfang des Jahres komplett neu geplant. In der momentanen Anfangsphase sind Behörden, Kommunen und Bürger aufgerufen worden, ihre Hinweise und Bedenken zu den örtlichen Gegebenheiten entlang der möglichen Korridore abzugeben. Der Ronshäuser Gemeindevorstand hat dies für den vorgesehenen Trassenabschnitt 90 durch das Steinbachtal getan. Problematische Punkte sind: der Tiefbrunnen für die Machtloser Trinkwasserversorgung, die Machtloser Kläranlage samt Abwasserleitungssystem, die Teichanlagen und Vereinsgebäude des Sportangelvereins Ronshausen, das Naturdenkmal Rinaldo-Eiche, der Ronshäuser See, die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im ehemaligen Waldgasthof Immensee, der Erlebnispfad Steinbachtal mit Spielgeräten und Schutzhütten, die Trafostation und Freileitung der Energie Netzt Mitte GmbH, das Naturdenkmal „Fünf Linden“ und das Forsthaus Machtlos.

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