Tennet gab Planungskorridor am Donnerstag bekannt

Südlink-Trasse soll nicht durch Waldhessen führen

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Kartenausschnitt Südlink

Hersfeld-Rotenburg – Die Südlink-Trasse wird nicht durch den Kreis Hersfeld-Rotenburg verlaufen. Das wurde gestern bei der Vorstellung der Antragsunterlagen durch Tennet bekannt.

+++ aktualisiert um 17.25 +++

Der geplante Trassenverlauf führt allerdings durch den benachbarten Wartburgkreis in Thüringen und dort unmittelbar an Bad Salzungen vorbei. Außerdem führt die Trasse auf 59 Kilometern durch den Werra-Meißner-Kreis: von der niedersächsischen von Witzenhausen über Bad Sooden-Allendorf, Meißner, Wehretal, Ringau und Herleshausen Richtung Eisenach. Im Werra- und im Wehretal werden dabei FFH-Gebiete (Schutzgebiete nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) durchquert.

Kartenausschnitt Südlink

Landrat Dr. Michael Koch zeigt sich erleichtert darüber, das eben das in Hersfeld-Rotenburg nun voraussichtlich nicht der Fall ist. „Ich bin glücklich, dass unsere naturschutzrechtlichen und fachlichen Bedenken bei den Vorhabenträgern Gehör gefunden haben. Im Falle einer Realisierung der Suedlink-Trasse wäre im Landkreis Hersfeld-Rotenburg eine ganze Zahl an geschützten Arten und besonders schützenswerten Gebieten bedroht gewesen.“

Koch befürchtete zudem massive Nachteile für die Bevölkerung: „Auch eine drohende Überbündelung durch bereits bestehende sowie in Planung befindliche Eisenbahnverbindungen, Autobahnen, Strom- und Gasleitungen haben zur Debatte gestanden. Dies haben wir im Vorfeld substantiiert dargelegt.“

Koch dankte seinen Mitarbeitern im Fachbereich Bau und Umwelt sowie allen Bürgermeistern, die sich engagiert haben.

Landrat Dr. Michael Koch

Dennoch weißt Koch darauf hin, dass die Vorzugstrasse noch nicht festgelegt ist. „Eine Letztentscheidung ist noch nicht gefallen.“ Die Bundesnetzagentur entscheidet wohl erst Ende 2020 im förmlichen Verfahren über den Entwurf von Tennet. Ebenfalls erleichtert zeigte sich gestern die CDU-Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt. Die kündigte allerdings auch an, den Verlauf durch den Werra-Meißner-Kreis „nicht einfach hinzunehmen“.

„Tief erleichtert, dass dieser Kelch an der Region Osthessen vorbeigeht“ und die vielen Argument gegen den geplanten Trassenverlauf durch die Kreise Hersfeld-Rotenburg und Fulda überzeugt hätten, zeigte sich der Fuldaer CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand, der auch den Wahlkreis Hersfeld-Rotenburg mitbetreut.

Michael Brand (44) , CDU-Bundestagsabgeordneter aus Fulda

Das Ergebnis zeige, dass man auch angeblich „in Stein gemeißtelte“ Pläne ändern könne, betonte Brand. Erst nach heftigem Widerstand habe der Bundestag die weitgehende Erdverkabelung durchgesetzt.

Aus der Region: Südlink soll durch den Werra-Meißner-Kreis verlaufen - Tennet gibt Vorzugstrasse bekannt

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