Sparzwang: Pfarrhaus soll aufgegeben werden

Synode muss über Zukunft der Pfarrstelle und des Pfarrhauses in Mecklar entscheiden

Das Mecklarer Pfarr- und Gemeindehaus mit der 1734 fertiggestellten Barockkirche.
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Hier hat 1254 schon der Pleban Hermann von Mecklar gewohnt: Das Mecklarer Pfarr- und Gemeindehaus mit der 1734 fertiggestellten Barockkirche.

Wenn die Zahl der Mitglieder der Kirchengemeinden sinkt, muss die Zahl der Pfarrer und Pfarrerinnen reduziert werden. In Mecklar führt das gerade zu Diskussionen.

Mecklar - Das ist Aufgabe der Kreissynode, vor Ort also Sache der Freitagabend „hybrid“ tagenden Abgesandten der Gemeinden des Kirchenkreises Hersfeld-Rotenburg. Entscheiden müssen die Synodalen über Neuregelungen in Alheim/Braach und Ludwigsau samt Pfarrstellenzuweisung für das Evangelische Kirchspiel Ludwigsau.

Bislang gab es den Pfarrbezirk 1 mit 835 Mitgliedern und Sitz in Beenhausen und den Pfarrbezirk 2 mit 1385 Mitgliedern und Sitz in Mecklar mit jeweils einer vollen Pfarrstelle sowie den Pfarrbezirk 3 mit 1500 Mitgliedern (Stand: 1. Juli 2020) und Sitz in Friedlos mit einer Dreiviertel-Pfarrstelle. Spätestens bis Ende 2025 muss eine halbe Stelle eingespart werden.

Das könnte „elegant“ über die Bühne gehen, denn durch die Pensionierung von Pfarrerin Karin Ludwig-Heiderich und den Weggang von Pfarrer Jörg Scheer nach Fulda sind die Mecklarer und die Friedloser Stelle unbesetzt.

Unbefriedigende Situation

Vertretungspfarrer Christoph Rode versieht die Amtshandlungen und hält Gottesdienste, hat bei zwei halben Vertretungsstellen verständlicherweise wenig Zeit für weitere Gemeindearbeit. Dass das auf Dauer nicht geht und einer sich schon lange abzeichnenden unbefriedigenden Situation „die Krone aufsetzt“, sahen Mitglieder des Mecklarer Kirchenvorstands schon im vergangenen November so. Sie wollten im Pfarrbezirk 2 eine an den Kirchenkreis gerichtete Resolution auf den Weg bringen, in der der seit Langem bestehende Mangel an Verkündigung und Fürsorge beklagt und schnellstmögliche Abhilfe gefordert wird.

Wörtlich formulierten sie: „Es fehlt schon seit Jahren eine zentrale Person und damit auch ein Ideengeber mit theologischer Ausbildung…, ein Pfarrstelleninhaber als örtliche Kristallisationsperson mit identitätsstiftender Funktion. Wir fordern… eine zeitnahe Neubesetzung der Pfarrstelle.“ Sonst stehe die Existenz einer ganzen Gemeinde auf dem Spiel. Doch über die Resolution wurde nicht abgestimmt.

Stattdessen wurde coronabedingt ohne Gemeindebeteiligung erst vor Kurzem im Gesamtkirchenvorstand des Kirchspiels Ludwigsau gegen die Stimmen der Kirchenvorstände des Mecklarer Pfarrbezirks entschieden, dass die Pfarrbezirke 2 und 3 zusammengelegt, das Pfarr- und Gemeindehaus in Mecklar als Pfarrhaus aufgegeben und die Pfarrwohnung stattdessen vermietet werden soll.

Information über Ludwigsau-Kurier

Die Gemeindemitglieder wurden über die Beschlüsse vor einer Woche im Ludwigsau-Kurier informiert. Nicht nur der Mecklarer Ortsvorsteher Wilfried Leiter findet das nicht in Ordnung. „Zum einen ist es schwer zu verstehen, dass nach über 750 Jahren der Sitz der Pfarrei von Mecklar nach Friedlos verlegt werden soll. Zum anderen ist es mehr als bedauerlich, dass das Ganze nicht kommuniziert worden ist. Der Ortsbeirat hätte sich klar für das Pfarr- und Gemeindehaus starkgemacht.“

Pfarrer Rode sagt, er wolle mögliche Lösungen nicht ver- oder behindern, sondern habe versucht, Tempo zu machen, damit die Pfarrstelle Ludwigsau 2 so schnell wie möglich ausgeschrieben werden kann. Denn der Unmut vor Ort sei vorhanden und bekannt. (Wilfried Apel )

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