Neue Masten im Landkreis geplant

Netzbetreiber Tennet hat Vorschlag für Trassenkorridor der Fulda-Main-Leitung eingereicht

Startpunkt Mecklar: Die Fulda-Main-Leitung soll vom Umspannwerk in Ludwigsau über Dipperz bis ins bayerische Burgrheinfeld führen. Unser Archivfoto zeigt Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens (von links), Landrat Dr. Michael Koch und Staatssekretär Jens Deutschendorf bei einer Besichtigung auf dem Gelände in Mecklar.
+
Startpunkt Mecklar: Die Fulda-Main-Leitung soll vom Umspannwerk in Ludwigsau über Dipperz bis ins bayerische Burgrheinfeld führen. Unser Archivfoto zeigt Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens (von links), Landrat Dr. Michael Koch und Staatssekretär Jens Deutschendorf bei einer Besichtigung auf dem Gelände in Mecklar.

Der Stromnetzbetreiber Tennet hat nun einen Vorschlag für den Trassenkorridor der Fulda-Main-Leitung von Mecklar nach Nordbayern eingereicht.

Hersfeld-Rotenburg- Die Pläne für die Fulda-Main-Leitung vom Umspannwerk Mecklar bis nach Nordbayern werden konkreter: Netzbetreiber Tennet hat nun einen Vorschlag für den Trassenkorridor der 380-Kilovolt-Wechselstromleitung bei der Bundesnetzagentur eingereicht.

Demnach müssten für die insgesamt 130 Kilometer lange Leitung zwischen Mecklar und Burgrheinfeld (Landkreis Schweinfurt) auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg neue Masten an Orten gebaut werden, an denen es bislang noch keine gibt.

Der 1000 Meter breite Trassenvorschlagskorridor sieht vor, dass die Fulda-Main-Leitung von Ludwigsau bis Sorga (Bad Hersfeld) an der dort bereits bestehenden 380-KV-Leitung Mecklar-Dipperz entlangführt. Ab Sorga müsste die Leitung dann auf einer neuen Route bis auf Höhe Erdmannrode (Schenklengsfeld) verlegt werden, um dann wieder die bestehende Trasse zwischen Erdmannrode und Landershausen zu kreuzen. Weiter soll es dann in Richtung Süden ebenfalls auf einer neuen Trasse an Eiterfeld, Burghaun und Hünfeld vorbei bis nach Dipperz (Landkreis Fulda) gehen. Dieser Abschnitt umfasst rund 51 Kilometer Kabel. In einem zweiten Abschnitt soll die Leitung dann weiter nach Nordbayern führen.

Cindy Schemmel

Ziel der neuen Leitung ist laut Tennet ein zukunftssicherer Stromtransport von Windenergie aus Norddeutschland in die süddeutschen Metropol- und Wirtschaftsregionen.

Insgesamt hätten es drei Trassenkorridore in die engere Wahl geschafft, sagt Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht im Gespräch mit unserer Zeitung (siehe Grafik): ein Weststrang, der sich am Verlauf der Autobahn 7 orientieren würde, ein Oststrang, der der bestehenden Mecklar-Dipperz-Leitung folgt und den nun präferierten Mittelstrang.

Gegen den Oststrang spricht laut Lieberknecht, dass die bestehende Leitung „nicht einfach so verstärkt werden könnte, wie es nötig wäre“. Unter anderem durchquert die Bestandsleitung ein Natura-2000-Gebiet, also ein Schutzgebiet für heimische Pflanzen- und Tierarten, das es beim Bau in den 70er-Jahren so noch nicht gab, heute aber ein Hindernis für neue Stromtrassen darstelle. „Wir wollen die Auswirkungen auf Mensch und Natur so gering wie möglich halten“, sagt Lieberknecht.

Der Trassenkorridor in der Region.

Der Netzbetreiber, der unter anderem auch an Suedlink beteiligt ist, überlegt, sowohl auf Freileitungen als auch auf Erdkabel zu setzen. Was die Fulda-Main-Leitung, die 2031 in Betrieb genommen werden soll, kosten wird, sei jetzt noch nicht seriös abschätzbar, sagt Lieberknecht – auch deshalb, weil die Gesamtkosten vom endgültigen Trassenverlauf abhängen und davon, ob tatsächlich Abschnitte unterirdisch verlegt werden. Laut dem Tennet-Sprecher kostet ein Kilometer Freileitung derzeit rund zwei bis drei Millionen Euro, ein Kilometer Erdkabel zehn bis 15 Millionen Euro.

Wann der endgültige Korridor festgelegt wird, steht ebenfalls noch in den Sternen. Cindy Schemmel, Referentin für Bürgerbeteiligung bei Tennet, schätzt aber, dass im Laufe des Jahres 2023 eine Entscheidung gefällt wird.

Infoveranstaltung am kommenden Mittwoch

Vor dem formellen Beteiligungsverfahren unter der Führung der Bundesnetzagentur bietet Tennet in den kommenden Tagen digitale Informationsveranstaltungen an. Nachdem die potenziell betroffenen Bürgermeister, Ortsbeiräte und Bürgerinitiativen für kommenden Dienstag eingeladen worden sind, können sich alle anderen Bürger aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg am Mittwoch, 16. Juni, ab 15 Uhr in einen Internetstream unter tennet.eu/dialogforum-fulda-main-leitung einloggen. Fragen können laut Cindy Schemmel dann über ein Chatfenster gestellt werden. Mehr Infos: Cindy Schemmel, Referentin für Bürgerbeteiligung bei Tennet, Tel. 09 21 / 50 74 02 424, E-Mail: fuldamain@tennet.eu (Sebastian Schaffner)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.