Wildunfälle: Polizei mahnt zum vorsichtigen Fahren - Rückgang durch Abschüsse

Testen, wie Blau wirkt

Ortstermin: Polizeipräsident Eckhard Sauer, Zweiter von rechts, hofft, dass mithilfe der neuen Wildwarnreflektoren ein Unfallschwerpunkt auf der Bundesstraße 62 beseitigt werden kann. Rechts neben Sauer Manfred Knoch, Pressesprecher der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg. Von links Matthias Müller (Amt für Straßen- und Verkehrswesen), Matthias König, Klaus Laar (Straßenverkehrsbehörde), Reiner Nemnich (Verkehrswacht), Reinhold Haag (Direktion Verkehrssicherheit) und Reinhold Bleß (Verkehrswacht). Fotos: Schaake

Hersfeld-rotenburg. Auf Osthessens Straßen war es in den vergangenen Jahren für Autofahrer immer gefährlicher geworden. Die Zahl der Wildunfälle stieg und stieg. Jetzt ist eine Trendwende in Sicht: wieder weniger Verkehrsunfälle mit Wild. Das liege auch an den erhöhten Abschusszahlen, sagten Polizeipräsident Eckhard Sauer und Hauptkommissar Reinhold Haag von der Direktion Verkehrssicherheit und Sonderdienste während eines Pressegesprächs am Rande der Bundesstraße 62.

Anlass: Die Polizei stellte die neuen, blauen Wildwarnreflektoren vor. Die sind an ausgewählten Strecken im Bereich des Polizeipräsidiums angebracht worden - siehe Bericht auf der ersten Lokalseite.

Unter 2000?

Sauer hofft, dass die zwischendurch auf Rekordhöhe angestiegene Zahl der Wildunfälle in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Fulda und Vogelsberg zum Jahresende auf 2000 oder darunter gesunken sein wird. Im Vorjahr waren es noch 2353 und damit über 500 mehr als im Jahr davor - siehe auch Bericht auf der ersten Lokalseite. Allein im Kreis Hersfeld-Rotenburg war die Zahl der Wildunfälle in den vergangenen Jahren von 322 (2006) über 441 auf 591 angestiegen.

Rot und Weiß hilft nicht

Ob die neuen, blauen Halbkreisreflektoren tatsächlich besser wirken als die roten oder weißen Reflektoren - das soll nun zwischen Friedewald und Unterneurode getestet werden. Rote und weiße Reflektoren hätten bisher nichts gebracht, sagt Sauer.

Optimal wären Wildzäune, sagt der Polizeipräsident, „aber das ist nicht machbar“. Sauer: „Wir werden weiter mit Wildunfällen leben müssen, aber es wird alles versucht, sie zu reduzieren.“ Wildwechsel-Warnschilder, bedauert der Polizeipräsident, gerieten leider zu oft in Vergessenheit: „Es wird zu schnell gefahren.“ Der Autofahrer sollte dort, wo Schilder vor Wildwechsel warnen, stets vorsichtig fahren und immer bremsbereit sein: „Die Schilder haben ihre Berechtigung.“

„Es wird zu schnell gefahren.

Eckhard Sauer

„Ich finde diese Aktion gut“, sagte Reinhold Bleß, der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht, zu den blauen Halbkreisreflektoren. „Man sollte sich Neuem nicht verschließen, und deshalb haben wir spontan zugesagt und die Finanzierung übernommen.“ Die Kreisverkehrswacht setzte sich für mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer ein.

„Ich finde diese Aktion gut.“

Reinhold Bleß

Das Amt für Straßen- und Verkehrswsesen in Eschwege werde im nächsten Jahr in den Kreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner 900 Wildwarn-Reflektoren anbringen. Damit sollen weitere 20 Kilometer sicherer werden, kündigte Verkehrsingenieur Matthias Müller an.

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Von Manfred Schaake

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