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Textile Kunst in Kapitelsaal in Bad Hersfeld

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Von: Christine Zacharias

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Zum Thema „Textile Welten“ stellen die Künstler Barbara Esser und Wolfgang Horn vom 22. April bis zum 19. Juni ihre Arbeiten im Kapitelsaal des Bad Hersfelder Museums aus. Links und rechts sind zwei gewebte Arbeiten von Barbara Esser zu sehen, im Hintergrund ein Objekt und ein
Zum Thema „Textile Welten“ stellen die Künstler Barbara Esser und Wolfgang Horn vom 22. April bis zum 19. Juni ihre Arbeiten im Kapitelsaal des Bad Hersfelder Museums aus. Links und rechts sind zwei gewebte Arbeiten von Barbara Esser zu sehen, im Hintergrund ein Objekt und ein © Christine Zacharias

Barbara Esser und Wolfgang Horn aus Düsseldorf arbeiten mit Textilien, Fasern und Geweben aller Art. Im Kapitelsaal zeigen sie einen Querschnitt ihrer Arbeiten.

Bad Hersfeld – Ihre Kunst ist durchdacht, sorgfältig geplant und genau berechnet. Barbara Esser und Wolfgang Horn aus Düsseldorf arbeiten mit Textilien, Fasern und Geweben aller Art. Im Kapitelsaal in Bad Hersfeld zeigen sie nun einen Querschnitt ihrer Arbeiten aus knapp 30 Jahren.

Faszinierende Dinge gibt es da zu sehen. Schon am Eingang steht wie zur Begrüßung eine Figur, die ein wenig wie ein Außerirdischer aussieht oder auch wie ein Ritter in schimmernder Rüstung. Wolfgang Horn hat einen schwarzen Anzug über und über mit Buttons bestückt – und die sind mit Blattgold verziert, daher der goldene Schimmer.

Schon an dieser Figur merkt man: Hier arbeitet jemand mit Sorgfalt und großem Zeitaufwand. Das wird auch bei weiteren Objekten deutlich: Eine Figur im grünen Fransenanzug zum Beispiel. Hierfür wurden tausende Etikettenhalter, wie man sie in fast jedem Kleidungsstück im Laden findet, auf einen alten Anzug getackert, erläutert Horn. Das Ergebnis fasziniert ebenso wie ein Objekt, bei dem eben diese Etikettenhalter in vielen bunten Farben aus einem Computerbildschirm zu springen scheinen – sie wurden sorgfältig zu tausenden Stück für Stück aufgeklebt – oder ein Bild, das aus mit Pflanzenfotos gestalteten Etiketten besteht, die im Luftzug leise hin und her rascheln.

Von extrem sorgfältiger Arbeit zeugt auch ein kreisförmiges Bild, das sich bei näherem Hinsehen als aus Buntstiftspänen, wie sie beim Spitzen entstehen, entpuppt. Etwa drei Monate dauert es, bis so ein Werk fertig ist, erläutert Horn, der gerne an mehreren Objekten gleichzeitig arbeitet.

Nicht weniger sorgfältig und aufwändig entstehen die Webarbeiten von Barbara Esser. Die Textildesignerin plant und berechnet ihre grafischen und geometrischen Motive im Vorfeld genau. Alleine zwei Monate dauert es, bis der Webstuhl für so eine Arbeit eingerichtet ist, bespannt mit mehreren tausend Kettfäden auf mehreren Ebenen. Während der Arbeit komme es aber durchaus vor, dass sie ihren ursprünglichen Plan ändere, erläutert Esser. Für ihre Arbeit Pixel 1, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist, wurde Barbara Esser mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Sie verwendet vor allem mercerisierte Baumwolle in leuchtenden Farben, weil die leicht glänzt, sich gut anfühlt und stabil ist, erläutert die Künstlerin.

Die Ausstellung des Paares, das seit 1993 gemeinsam lebt und arbeitet und mehr als 130 Ausstellungen national und international realisiert hat, wird heute um 18 Uhr eröffnet. Sie wurde finanziell von der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg unterstützt. (Christine Zacharias)

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