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Tote Hecke sorgt für Friedhof-Frust: Ronshäuser Investitionskürzung trifft auch Machtlos

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Von: Sebastian Schaffner

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Leblose Lebensbäume: Die eigentlich immergrüne Thuja-Hecke am Machtloser Friedhof hat längst das Zeitliche gesegnet. Die Ortsgemeinschaft hatte gehofft, dass das bräunliche Gestrüpp entfernt und ein neuer Zaun errichtet wird. Doch dafür wird das zusammengestrichene Budget wohl nicht reichen.
Leblose Lebensbäume: Die eigentlich immergrüne Thuja-Hecke am Machtloser Friedhof hat längst das Zeitliche gesegnet. Die Ortsgemeinschaft hatte gehofft, dass das bräunliche Gestrüpp entfernt und ein neuer Zaun errichtet wird. Doch dafür wird das zusammengestrichene Budget wohl nicht reichen. © Sebastian Schaffner

Nachdem das Ronshäuser Parlament mit Stimmen von SPD und CDU beschlossen hat, dass die Gemeinde in diesem Jahr 120 000 Euro weniger investiert als ursprünglich gedacht, macht sich Unmut breit in Machtlos.

Machtlos – Denn gut ein Viertel der Ausgaben werden dort, im einzigen Ortsteil, gekürzt. Es trifft den Friedhof und die Straßenbeleuchtung.

„Am Friedhof sollte eigentlich die unansehnliche und nicht mehr pflegbare Thuja-Hecke entfernt und ein neuer Zaun errichtet werden. Das wird jetzt natürlich nichts mehr und das ist frustrierend“, sagt Ortsvorsteher Udo Berle. Schließlich habe die Ortsgemeinschaft, da der Bauhof der Gemeinde abgewinkt habe, in den vergangenen zehn Jahren immer wieder in Eigenleistung versucht, laut Berle „mit akrobatischen Höchstleistungen von einem Gerüst und von Schleppern aus“, die Hecke zurückzuschneiden.

Zwischendurch seien die Lebensbäume auf eine Höhe von vier Metern und eine Breite von drei Metern angewachsen. „Da der normale Rückschnitt nichts an der Dimension der Hecke änderte, haben wir sie von außen im September 2020 mit schwerem Gerät massiv zurückgeschnitten“, erinnert sich Berle. Von diesem radikalen Schnitt hat sich die Thuja-Hecke allerdings nicht mehr erholt und ist heute nur noch braunes Gestrüpp.

„Bei Beerdigungen werde ich schon angesprochen, wie schäbig die Hecke aussehe, und ob die Gemeinde sich nicht einmal eine ordentliche Hecke leisten könne“, sagt der Ortsvorsteher. Lediglich im Innenbereich sieht die Friedhofshecke noch so aus, wie sie eigentlich sein sollte: immergrün.

Dass jetzt für das Entfernen der Hecke und den Austausch des Zaunes – der bisherige Maschendrahtzaun soll durch einen Metallzaun ersetzt werden – anstatt 20 000 Euro nur noch 5000 Euro zur Verfügung stehen, quittiert Berle mit einem Kopfschütteln. „Auf den Wegen hat sich Pflaster abgesenkt, allein dafür gehen die 5000 Euro drauf.“

Die Menschen in dem 185-Einwohner-Ort seien enttäuscht, sagt er. „Viele, die sich hier über Jahre ehrenamtlich einbringen, empfinden das so, als werde ihr Engagement mit Füßen getreten.“

Auch, weil eine zweite Kürzung Machtlos trifft: Geplant war, dass drei Straßenlampen in Machtlos und eine in Ronshausen errichtet werden sollten. Von den 23 000 Euro sind aber nur noch 5000 Euro übrig geblieben. „Dafür bekommt man keine drei Straßenlampen“, stellt Berle fest. „Die Machtloser schauen ganz genau hin, was hier und was in Ronshausen passiert. Einige haben mir sogar schon gesagt, dass sie beim nächsten Freiwilligentag nicht mehr dabei sind. Ich soll lieber mal die Gemeindevertreter fragen.“

Die Abgeordneten von SPD und CDU hatten kürzlich gegen die Stimmen von WGR und FDP beschlossen, 120 000 Euro weniger zu investieren und das Geld zurückzuhalten, damit die Gemeinde einen Puffer beispielsweise für steigende Energiekosten hat. Die Kürzungen betreffen allerdings auch Projekte in Ronshausen selbst. So ist das ursprünglich geplante Budget für die Instandhaltung des Friedhofs in Ronhausen ebenfalls kräftig zusammengekürzt worden: von 70 000 auf 10 000 Euro. (Sebastian Schaffner)

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