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Totschlagsprozess von Buchenau: BGH bestätigt Haftstrafe – keine Notwehr

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Von: Mario Reymond

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Das Urteil bleibt bestehen: der Angeklagte (rechts) zu Beginn des Prozesses im August 2021 am Landgericht in Fulda.
Das Urteil bleibt bestehen: der Angeklagte (rechts) zu Beginn des Prozesses im August 2021 am Landgericht in Fulda. © Mario Reymond

Die acht Jahre Freiheitsstrafe wegen Totschlags gegen einen heute 23 Jahre alten Mann aus Buchenau, die die 1. Strafkammer des Landgerichts Fulda am 3. September 2021 verhängt hatte, haben Bestand.

Fulda/Buchenau – Zu diesem Ergebnis ist jetzt der Bundesgerichtshof gekommen. Die gegen das Urteil des Landgerichts gerichteten Revisionen des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft, die beide einen Freispruch erwirken wollten, wurden am 23. Mai durch Beschlüsse des Bundesgerichtshofs als unbegründet verworfen.

Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob die Tat des Angeklagten – er hatte die Messerstiche im Vorfeld der Verhandlung gegenüber Dritten eingeräumt, sich aber zugleich darauf berufen, er habe sich gegen einen Angriff verteidigt – durch Notwehr gerechtfertigt war. Nach der ausgeführten Hauptverhandlung war die Schwurgerichtskammer zu der Überzeugung gelangt, dass den Messerstichen kein Angriff des späteren Opfers vorausgegangen war.

Der heute 23 Jahre alte Beschuldigte, der am Rosenmontag, 15. Februar 2021, den 41 Jahre alten Vater seiner Ex-Freundin im Streit mit 14 Messerstichen und -schnitten getötet hatte, war am 3. September 2021 vor der 1. Strafkammer am Landgericht in Fulda, unter Vorsitz von Richter Josef Richter, schuldig gesprochen worden.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass nach Abwägen aller Indizien der Angeklagte nicht in Notwehr gehandelt hat. Staatsanwalt Andreas Hellmich hatte seinerzeit auf Freispruch plädiert. Ebenso Rechtsanwalt Bernhard Zahn aus Aschaffenburg, der Verteidiger des heute 23-Jährigen. (Mario Reymond)

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