Er war 20 Jahre im Bundestag

Trauer um SPD-Urgestein: Wendelin Enders mit 96 Jahren gestorben

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Dr. Wendelin Enders starb im Alter von 96 Jahren. 

Der langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Wendelin Enders ist am Dienstag im Alter von 96 Jahren in Petersberg gestorben.

 „Wendelin Enders war ein Abgeordneter alter Schule. Basis seines politischen Erfolgs waren weniger Posten und Pöstchen im Bonner Betrieb, sondern stets der Wahlkreis“, schreibt Europa-Staatsminister Michael Roth in einem Nachruf für unsere Zeitung. Dr. Wendelin Enders war sein Vorvorgänger.

Enders wurde 1922 in Langenberg im Kreis Fulda geboren und nahm als Soldat am 2. Weltkrieg teil. Danach studierte er Geographie, Biologie und Geschichte an der Uni Göttingen, promovierte und trat in den Schuldienst ein. Seit 1963 war er als Oberstudienrat am Pädagogischen Fachinstitut in Fulda tätig. Im Jahre 1964 trat er in die SPD ein und war unter anderem Gemeindevertreter in Petersberg und Ratsmitglied der Gemeinde Petersberg. Dem Deutschen Bundestag gehörte er vom 9. Mai 1967, als er für den ausgeschiedenen Abgeordneten Edwin Zerbe nachrückte, bis 1987 an.

Der Wahlkreis umfasste damals die Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Fulda, Burghaun, Eiterfeld, Hünfeld, Nüsttal und Rasdorf sowie vom Schwalm-Eder-Kreis die Gemeinden Felsberg, Guxhagen, Körle, Malsfeld, Melsungen, Morschen und Spangenberg. In seiner aktiven Zeit als Abgeordneter war er in den Ausschüssen für das Bundesvermögen sowie für Kriegsfolgen und Verfolgungsschäden, im Haushaltsausschuss und im Gremium für innerdeutsche Beziehungen, Sport oder Landwirtschaft tätig. Im Europarat und in der Parlamentarischen Versammlung der Westeuropäischen Union vertrat Enders ebenfalls die Interessen der Bundesrepublik.

Die SPD habe mit Wendelin Enders einen überzeugten Sozialdemokraten verloren. „Ein engagierter Mensch, der ein großes Herz für das soziale Miteinander hatte, heißt es in einer Würdigung der SPD-Kreisverbände.

Michael Roth erinnert auch an den Handballfan Enders und dessen Engagement für die ehemaligen Bundesligisten TSV Jahn Gensungen und TV Eitra. Von ihm habe er gelernt, mit Hingabe und Freude den Wahlkreis zu beackern, mit Menschen die fröhlichen und traurigen Momente zu teilen. Sich niemals anbiedern, aber immer auf Augenhöhe die Begegnung suchen – das war seine Devise, schreibt Roth.  

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