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Ukrainer in privaten Unterkünften: Alheim reaktiviert bewährte Flüchtlingshilfe

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Von: Carolin Eberth

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Für Geflüchtete aus der Ukraine, die nun in Alheim untergekommen sind, liefen jüngst auch die Kleinsten aus der Gemeinde bei einem Spendenlauf von Grundschule und Kindergärten.
Für Geflüchtete aus der Ukraine, die nun in Alheim untergekommen sind, liefen jüngst auch die Kleinsten aus der Gemeinde bei einem Spendenlauf von Grundschule und Kindergärten. © Carolin Eberth

2015 ist in Alheim im Bereich Flüchtlingshilfe über eine Patenschaft der Familien ein erfolgreiches Modell entstanden. Das wurde nun für Geflüchtete aus der Ukraine reaktiviert.

Alheim – Mehr als die Hälfte der derzeit 130 Geflüchteten in Alheim sind Kinder und Jugendliche. „Wir rechnen ab heute wieder mit vermehrten Anmeldungen, sodass es am Wochenende vermutlich über 140 Flüchtlinge in Alheim sein werden“, teilt Bürgermeister Jochen Schmidt (parteilos) mit. Diese seien überwiegend in privaten Unterkünften untergebracht. Lediglich zwei Familien würden in zwei Wohnungen der Gemeinde leben. „Gemeindlicher Wohnraum, der direkt bezogen werden kann, gibt es zur Zeit nicht. Es werden aber Möglichkeiten geprüft, um weiteren Wohnraum für ukrainische Geflüchtete anbieten zu können“, sagt Schmidt.

Im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 hat sich in Alheim eine Flüchtlingshilfe aus politischen, kirchlichen, ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteuren gegründet, deren Arbeit sehr erfolgreich war. Alheim wurde sogar zur Modellkommune und durch den Bundeswettbewerb „Zusammenleben Hand in Hand“ ausgezeichnet. Die Flüchtlingshilfe war seither immer aktiv, aber wurde nicht mehr in dem Maß beansprucht, wie es 2015 und 2016 der Fall war.

„Nun müssen die Säulen neu ausgerichtet werden, da wir uns zwar in einer erneuten Flüchtlingskrise, aber natürlich in einer völlig anderen Situation befinden und daher auch ganz andere Bedürfnisse der Menschen haben. Oberstes Ziel der Flüchtlingshilfe ist es, den Menschen einen Alltag zu schaffen und bei der Gestaltung zu unterstützen, um hier in unserer Gemeinde Alheim Fuß fassen zu können. Wir möchten bei der Integration in das Gemeindeleben unterstützen, damit sie sich schnell in Alheim zu Hause fühlen“, sagt Schmidt.

Geflüchtete kommen überwiegend über private Kontakte in die Gemeinde

Um dies umsetzen zu können, wurde zu Runden Tischen eingeladen mit allen politischen und karitativen Ansprechpartnern vor Ort. Neben dem Austausch von Informationen war eines der Ergebnisse dieser Tische, die Flüchtlingshilfe zu reaktivieren und auf die aktuelle Situation hin auszurichten. Sehr wichtig seien auch die Aufnahme des Deutschunterrichts und die Unterstützung bei der Arbeitssuche, betont der Bürgermeister. Die fast 140 Flüchtlingen in Alheim kamen nicht durch offizielle Zuweisungen in die Gemeinde, sondern wurden hauptsächlich über private Kontakte der Einwohner aufgenommen.

„Da in Alheim viele Spätaussiedler leben, sind die Kontakte über dieses Netzwerk entstanden.“ Dabei handele es sich zum Beispiel um Spätaussiedler aus Regionen der ehemaligen Sowjetunion, die in den 90er-Jahren die Einwohnerzahl von Alheim innerhalb von zehn Jahren um 1000 Menschen anwachsen ließen. (Carolin Eberth)

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