Informationsveranstaltung in der künftigen Flüchtlingsunterkunft in Bad Hersfeld

Umbau verzögert sich

Großes Interesse: Bei der Informationsveranstaltung in der künftigen Flüchtlingsunterkunft in der alten Hoechst-Kantine berichtete Bauamtsleiter Johannes van Horrick (Zweiter von rechts) über den geplanten Umbau. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Die künftige Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Hoechst-Kantine in Bad Hersfeld wird später zur Verfügung stehen als zunächst gedacht. Etwa bis zum Herbst werde der Umbau der Räumlichkeiten am Europa-Kreisel dauern, teilte Bauamtsleiter Johannes van Horrick am Donnerstag bei einer Informationsveranstaltung an Ort und Stelle mit.

Bei der Vorstellung des Vorhabens vor drei Wochen (unsere Zeitung berichtete) war noch die Jahresmitte als Termin für die Fertigstellung genannt worden.

Im seit einiger Zeit leer stehenden Obergeschoss des zweistöckigen Gebäudes am Europakreisel sollen in zwei voneinander getrennten Bereichen maximal 100 Flüchtlinge wohnen können. Etwa die Hälfte der Plätze ist für alleinstehende Männer gedacht, der Rest für Frauen und Familien.

Etwa 70 Interessierte

Zum Ortstermin, den die Stadt nach Kritik an ihrer Informationspolitik anberaumt hatte, kamen etwa 70 Interessierte. Protest gegen die Einrichtung der Unterkunft wurde dabei nicht laut, obwohl sich nach Bekanntgabe des Projekts im sozialen Netzwerk Facebook zwei ablehnende Gruppen formiert hatten.

Gefragt wurde am Donnerstag vor allem nach Details, Organisation und Abläufen. Dass sich die Asylbewerber in zwei Gemeinschaftsküchen selbst versorgen müssen, dass ihre Kinder die örtlichen Kindergärten und Schulen besuchen werden und dass der für sie zuständige Fachdienst Migration beim Landkreis Hersfeld-Rotenburg fremdsprachige Mitarbeiter als Begleitung zu Ärzten und Behördengängen zur Verfügung stellt – über all das und viel mehr informierte Fachbereichsleiter Frank Hildebrand.

Breiten Raum nahmen auch die Möglichkeiten ein, wie sich die Hilfsbereitschaft der Hersfelder in die Tat umsetzen lässt. Dabei sind ehrenamtliche Unterstützer genauso gefragt wie Spenden von Bekleidung, Spielzeug und Hausrat. Ort für die Abgabe ist die jeweilige Einrichtung, in der etwa Kleiderkammern eingerichtet werden.

Hildebrand erläuterte zudem, dass der Kreis die ihm vom Land zugewiesenen Flüchtlinge nach Möglichkeit auch dezentral – also in einzelnen Wohnungen – unterbringe. Wegen der hohen Zahl der Asylbewerber stehe solcher Wohnraum jedoch nur eingeschränkt zur Verfügung.

Marktübliche Preise

Den Umbau der alten Kantine verwirklicht im Übrigen der Eigentümer des Gebäudes, der Bad Hersfelder Unternehmer Egon Schnetgöke. Von ihm wird der Kreis die Räumlichkeiten zu marktüblichen Preisen mieten.

Mit der Erteilung der Baugenehmigung, so Bauamtschef van Horrick, ist alsbald zu rechnen.

Von Karl Schönholtz

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