Gutachten soll Ausmaß klären

Umweltfrevel beschäftigt Gemeinde Schenklengsfeld: Bauschutt illegal entsorgt

Das Symbolbild zeigt einen Spielzeug-Bagger.
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In Unterweisenborn wurden offenbar Bauabfälle illegal entsorgt.

Ein großflächiger Umweltfrevel beschäftigt derzeit die Gemeinde Schenklengsfeld: Auf gemeindlichen Grundstücken in der Gemarkung Unterweisenborn wurden offenbar Bauabfälle entsorgt.

Unterweisenborn - Die illegale Entsorgung geschah offenbar in großem Stil. Darüber hat das Regierungspräsidium Kassel die Gemeinde in Kenntnis gesetzt. Nach einer anonymen Anzeige haben Mitarbeiter des Regierungspräsidiums die Grundstücke in Augenschein genommen und Stichproben gezogen. Dabei wurde bis in die Tiefe vor allem Bauschutt – unter anderem Teerasphalt – gefunden. In einem Antrag der SPD-Fraktion, die das Thema auf die Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses gebracht hatte, ist von etwa 30 Lkw-Ladungen die Rede. Das genaue Ausmaß des Schadens muss allerdings noch erfasst werden.

Wird kein Schadensverursacher ermittelt, muss wohl die Gemeinde Schenklengsfeld die Kosten für eine fachgerechte Entsorgung der unrechtmäßig auf ihren Grundstücken abgelagerten Stoffe übernehmen. Der Gemeindevorstand soll deshalb nun zunächst beim Regierungspräsidium in Erfahrung bringen, ob Verantwortliche für die großflächige Umweltverschmutzung in Unterweisenborn ermittelt werden konnten.

Um die Höhe des entstandenen Schadens beziffern zu können, wird die Gemeinde zudem ein Gutachten zu den Mengen und Klassen des dort abgelagerten Abfalls in Auftrag geben. Auf Basis dieser Untersuchung soll dann über die möglichen weiteren Schritte, beispielsweise die Räumung oder die Verpachtung der betroffenen Flächen zur Wiederbefüllung, entschieden werden. In den Haushalt für das kommende Jahr werden für das Gutachten und eventuelle Räumungskosten zunächst 5000 Euro eingestellt. Diesen Beschluss jetzt hat der Haupt- und Finanzausschuss als sogenannter Corona-Ausschuss anstelle der Gemeindevertretung einstimmig im Umlaufverfahren gefasst. Die Ausschuss-Mitglieder folgten mit diesem Votum einem Änderungsantrag von Jürgen Ehlert (Bürgerliste), durch den der Ursprungsantrag der SPD-Fraktion entsprechend konkretisiert wurde. (Jan-Christoph Eisenberg)

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