Jäger aus Ersrode und Hainrode wehren sich gegen Windkraft

Unruhe im Revier

Protest am Mombachweg: Jagdgenossenschafts-Vorsitzender Klaus Nöding (rechts vorn) in erregter Diskussion mit Bürgermeister Thomas Baumann (links). Rechts daneben Jagdpächter Jochen Müller und andere Jäger aus Ersrode und Hainrode. Foto: Struthoff

Ersrode. Rund 30 Jagdgenossen aus Ersrode und Hainrode haben am Montagabend gegen die Nutzung des Mombachwegs durch die Windkraftfirma Juwi protestiert. Der schmale Asphaltweg führt mitten durch das 365 Hektar große Jagdrevier im Umbachtal und soll als Zuwegung für den Bau der geplanten Windräder im Riedeselschen Privatwald genutzt werden. Die Jagdgenossen fürchten eine Wertminderung ihres Reviers.

„Wir werden alles tun, um die Nutzung des Weges durch Juwi zu verhindern“, kündigte der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Klaus Nöding an. Auch Jagdpächter Jochen Müller aus Oberbeisheim schloss sich der Kritik an. Zugleich erhoben die Jagdgenossen schwere Vorwürfe gegen die Gemeindevertretung und Bürgermeister Thomas Baumann, der selbst zu der Kundgebung gekommen war – allerdings als Mitglied der Genossenschaft, wie er betonte. Die Jagdgenossen werfen Parlamentariern und Gemeindevorstand vor, sich „beständig über den Willen der Bürger in Ersrode und Hainrode hinweggesetzt und den Windpark weiter vorangetrieben“ zu haben.

Bei der Kundgebung, die von Kindern mit selbstgemalten Protestplakaten flankiert wurde, erinnerten die Jagdgenossen an Protestveranstaltungen und Unterschriftensammlungen durch die Bürger der beiden Ortsteile, die sich „von denen da unten in Ludwigsau“ nicht richtig vertreten fühlen, wie mehrere Redner deutlich machten.

Baulärm vertreibt Wild

Die Jagdgenossen fürchten, dass das im Revier sehr zahlreich anzutreffende Rotwild durch den Baustellenlärm vertrieben werden könnte und somit der Gegenwert für ihre Jagdpacht geschmälert wird. Sie verlangen, dass die Firma Juwi den Transport der Windkraftanlagen über bereits vorhandene Wege am Pommer abwickelt, was angeblich nur aus „Profitgier“ unterbleibe.

Bürgermeister Baumann reagierte kühl aber deutlich auf die hitzige Stimmung. Er verwies darauf, dass die richtigen Ansprechpartner für die Kritik die Firma Juwi, die Riedesels und die Baufirma sind und machte deutlich, dass der Waldweg im Jagdrevier nicht der geeignete Ort für zielführende Gespräche sei.

„Sie werden so nicht weiterkommen, denn Behauptungen müssen auch belegt werden“, prophezeite Baumann den aufgebrachten Jägern. Zugleich verwies er auf rechtliche Vorgaben im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), Gutachten über die Zuwegung und Schadensersatzregelungen. Zudem habe der Gemeindevorstand die Ortsbeiräte über alle Entscheidungen informiert.

Die Jagdgenossen haben den Bürgermeister nun gebeten, ein Gespräch mit allen Beteiligten zu arrangieren, um doch noch eine Lösung zu finden.

Von Kai A. Struthoff

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