1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra

In Niederaula dreht sich alles um die Eule

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Laura Hellwig

Kommentare

Hier können regionale Produkte gekauft werden: Auf dem Eulenmarkt am alten Sportplatz.
Hier können regionale Produkte gekauft werden: Auf dem Eulenmarkt am alten Sportplatz. © Steffen Sennewald

Fast jeder Ort hat einen Uznamen. Meist vergeben von benachbarten Dörfern sind die Spitznamen voller Spott, Neid oder gar Überheblichkeit. Aber wie sind diese Namen entstanden?

Niederaula – Die Eule ist ein nachtaktives Tier, tagsüber schläft sie, ist nicht zu sehen. Das trifft auf die Niederaulaer nicht zu – sie leben in einem Ort, in dem vor allem am Tag viel los ist: Der beliebte Eulenmarkt, zwei Schulen, Kindergärten, eine lebendige Kirchengemeinde, Vereine und mehr machen den Kernort der Marktgemeinde Niederaula aus.

Die Eule tragen die Niederaulaer im Wappen, seit 20 Jahren findet der Eulenmarkt statt, das Logo der Gesamtschule ist die Eule – „das Symbol der Eule taucht überall auf“, sagt Bürgermeister Thomas Rohrbach.

Die Verbindung zwischen Niederaula und dem Vogel kann von der alten Namensgebung des Ortes (Ovlaho) sowie des Gewässers abgeleitet werden, das durch Niederaula fließt – die Aula. So heißt es in einer Chronik der Gemeinde Niederaula aus 1979: „anders steht es mit ‘Ovl’, ‘Aul’: es wird heute gerne zurückgeführt auf das althochdeutsche ‘uwila’, mittelhochdeutsche ‘iuwel’, angelsächsische ‘ule’, englische ‘owl’ , was alles ‘Eule’ bedeutet. Die Aula wäre demnach der Eulenbach“.

Da diese Erklärung recht überzeugend sei, hätten die Heraldiker („Wappenkünstler“) sowohl Niederaula als auch Oberaula die Eule als Wappentier zugestanden, heißt es in dem Text weiter. Jedoch gibt es auch Zweifel: die Eule sei nunmal kein Wassertier.

Eine andere Verbindung zwischen Niederaula und Eule kann mit der Wortherkunft „Euler“ hergeleitet werden.

So sei ein Euler ein Steinzeughersteller, also jemand, der mit Lehm oder Ton umgeht. „Eul“ sei dann der Lehm beziehungsweise Ton und „Eulaha“ entsprechend Eulenbach. Diese Erklärung passe deshalb auch zu Niederaula, weil an den Hängen des Aulatals einmal Lehm abgebaut wurde, vor allem nahe Heddersdorf. (Laura Hellwig)

Auch interessant

Kommentare