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Uznamen: Wüstfelder werden als Trespenfresser bezeichnet

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Die Roggentrespe wächst oft in Ecken, die nicht gut zu erreichen sind.
Die Roggentrespe wächst oft in Ecken, die nicht gut zu erreichen sind. © Julia Bock

Fast jeder Ort hat ihn: einen Uznamen. Wir haben nachgefragt, wie die Uznamen einst entstanden sind.

Wüstfeld – Der Uzname der Wüstfelder ist eher abwertend und besteht seit Anfang des 19. Jahrhunderts. „Im Landecker Amt sind die Wüstfelder von alters her unter dem Spottnamen Trespenfresser bekannt.“ So steht es in der Ortschronik 625 Jahre Wüstfeld.

„Die Trespe (lat. Bromus) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Süßgräser, welche auf kargen Böden wächst“, heißt es weiter. Trespen werden auch als Unkraut oder Ungras bezeichnet. „Hier wuchs die Roggentrespe vermehrt, die man auch essen kann“, erzählt Julia Bock, Ortsvorsteherin von Wüstfeld und Landwirtin.

Jahrzehntelang gab es die Trespe jedoch nicht mehr in Wüstfeld, weswegen sich eine Zeit lang niemand den Spottnamen erklären konnte. Erst in den 90er Jahren tauchte sie wieder auf. „Es ist schon eher eine Abwertung, die daher kommt, dass die Leute dann kein Weizen oder Roggen gegessen haben sollen, sondern eben Unkraut“, erzählt sie. Die Trespe soll auch zum Backen von Broten benutzt worden sein. „Die Brote waren dann wohl dunkler und hatten einen bitteren Geschmack“, so Bock.

Sogar in der Hessenschau wurde schon über den Uznamen berichtet. „Bei dem Format Dolles Dorf war der Hessische Rundfunk in Wüstfeld. Da war der Spottname auch Thema“, erzählt Bock. Die Roggentrespe wächst besonders in Ecken, die nicht gut zu erreichen sind, erzählt sie. (Märthe Werder)

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