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Vacha, Philippsthal und Dorndorf erinnern an Grenzöffnung vor 33 Jahren

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Die Bergmannskapelle Hattorf begleitete die Feierstunde an der Brücke der Einheit musikalisch.
Die Bergmannskapelle Hattorf begleitete die Feierstunde an der Brücke der Einheit musikalisch. © Jan-Christoph Eisenberg

Einwohner aus Philippsthal, Vacha und Dorndorf (Krayenberggemeinde) haben am Mittwochabend an der Brücke der Einheit an die Öffnung der innerdeutschen Grenze vor 33 Jahren erinnert.

Vacha/Philippsthal – Die Gedenkveranstaltung der Nachbar- und Partnerkommunen im Werratal findet seit einigen Jahren bereits am 9. November statt, wenngleich Mauer und Zäune im Herbst 1989 an dieser Stelle erst drei Tage später, am Morgen des 12. November, passierbar wurden.

Bei aller Freude über die Ereignisse jener Nacht vor 33 Jahren trieben die Festredner der Feierstunde, die erneut auf Vachaer Seite vor der Veranstaltungshalle Vachwerk stattfand, auch der Krieg in der Ukraine und seine Folgen wie Preissteigerungen und hohe Energiekosten um.

Vachas Bürgermeister Martin Müller (CDU) sah in der aktuellen Lage die schwerste Krise seit 1990, zeigte sich jedoch zugleich zuversichtlich, diese gemeinsam überstehen zu können. Denn in den zurückliegenden Jahrzehnten hätten sich insbesondere die Menschen in Ostdeutschland als deutlich krisenfester erwiesen, als vielen selbst bewusst sei.

„Ukraine, Vacha Danke“, wandte sich anschließend einer der aktuell rund 80 in der Werrastadt untergekommenen Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet an die Zuhörer.

In diesen knappen, herzlichen Worten erkannte Wartburgkreis-Landrat Reinhard Krebs „die beste staatsmännische Rede, die ich gehört habe“. Der Krieg in der Ukraine sei nicht weit weg und zeige, dass sich Geschichte innerhalb kürzester Zeit ändern könne. Vor diesem Hintergrund wünschte sich der Verwaltungschef, dass die Erinnerung Grenzöffnung auch in anderen hessisch-thüringischen Grenzorten wieder regelmäßig gefeiert wird.

Auf der Vachaer Seite der Brücke der Einheit: Bewohner der Partnergemeinden Vacha, Philippsthal und Dorndorf erinnerten am Mittwochabend gemeinsam an die Grenzöffnung vor 27 Jahren.
Auf der Vachaer Seite der Brücke der Einheit: Bewohner der Partnergemeinden Vacha, Philippsthal und Dorndorf erinnerten am Mittwochabend gemeinsam an die Grenzöffnung vor 27 Jahren. © Jan-Christoph Eisenberg

„Dass das Unvorstellbare gelingen kann, dass es sich lohnt, den Mut aufzubringen und gemeinsam und friedlich für die Freiheit zu kämpfen“ – diese Botschaft gehe vom 9. November 1989 aus, betonte Philippsthals Bürgermeister Timo Heusner (SPD). Einen Appell für Frieden und Zusammenhalt richtete sein Amtskollege Peter Neumann an die Besucher, der sich durch die große Hilfsbereitschaft für die Geflüchteten aus der Ukraine daran erinnert fühlte, wie freundlich die Thüringer nach der Grenzöffnung vor 33 Jahren in Philippsthal empfangen wurden.

Die besondere Bedeutung der Gebete für den Durchhaltewillen der Menschen während der friedlichen Revolution in der DDR stellte Vachas Pfarrer Roland Jourdan ins Zentrum seiner Andacht, bevor er den Besuchern gemeinsam mit seiner Kollegin Heidi Houska aus Philippsthal den Segen zusprach.

Begleitet wurde die Feierstunde von der Bergmannskapelle Hattorf unter der Leitung von Gerald Eichler. (Jan-Christoph Eisenberg)

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