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Vater muss für viereinhalb Jahre in Haft

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Von: Daniel Göbel

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28-Jähriger soll 490 950 Euro unterschlagen und verzockt haben
48-jähriger Alheimer wegen sexuellen Missbrauchs der eigenen Kinder verurteilt. © Peter Steffen/dpa

Ein 48 Jahre alter Mann aus Alheim ist am Dienstag vor dem Landgericht Fulda wegen schweren sexuellem Missbrauch in Tateinheit mit Vergewaltigung und Körperverletzung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

Fulda/Alheim – Er soll seinen Stiefsohn und seine beiden leiblichen Töchter jahrelang sexuell missbraucht, misshandelt, genötigt und gedemütigt haben. Das Gericht legt dem 48-Jährigen 56 Fälle zur Last, die sich zwischen 2005 und 2018 ereignet haben sollen.

Der Berufskraftfahrer, der aktuell als Auslieferungsfahrer arbeitet, wirkte während der Urteilsverkündung ruhig und beschämt. Den Arm auf den Tisch gelehnt, stützte er den Kopf auf seiner Hand ab, wisch sich immer wieder über die Augen. Die Taten, die er seinen Kindern angetan haben soll, hatte der 48-Jährige, der zwischenzeitlich auch in Melsungen wohnte, bereits an einem vorherigen Verhandlungstag gestanden. Er ließ von seiner Verteidigerin verlesen, dass es ihm leidtue und er sich aufrichtig entschuldigen wolle.

Das wirkte sich auf das Urteil strafmildernd aus, wie das Gericht erklärte. Denn durch das Geständnis sei es nicht nötig gewesen, die Opfer im Detail zu vernehmen, die noch heute unter den Taten ihres Vaters leiden. So befände sich eine der Töchter in einer Langzeittherapie und habe infolge des sexuellen Missbrauchs eine psychische Erkrankung entwickelt, die sich durch eine Selbstverletzungsstörung ausdrücke.

Seit 2005 soll der Mann die Abwesenheit seiner Frau, die als Verkäuferin arbeitet, genutzt haben, um sich an den Kindern zu vergehen. Das betraf zunächst den Stiefsohn, der von seinem Vater gezwungen wurde, ihn zu stimulieren, während er ihm Porno-Videos zeigte. Die ältere seiner 2001 und 2004 geborenen Töchter habe er ab dem Grundschulalter sexuell missbraucht. Auch die jüngere Tochter habe sexuelle Handlungen über sich ergehen lassen müssen. Das ging so weit, dass der Verurteilte auch gewalttätig geworden sein soll, wenn seine Töchter versucht haben, ihm zu entkommen. So habe sich die jüngere Tochter beispielsweise im Kleiderschrank versteckt. Sie habe versucht, so oft wie möglich außer Haus zu sein und beispielsweise bei Freundinnen zu übernachten, um ihrem Vater zu entkommen.

Für den 48-Jährigen war es nicht das erste Mal, dass er sich wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht verantworten musste. Das Amtsgericht Kassel hatte ihn 2007 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er mit seiner Halbschwester in ein Waldstück gefahren sein soll, wo er sie schließlich sexuell missbraucht habe. Auch das Amtsgericht Bad Hersfeld verurteilte den Mann 2019 wegen sexueller Belästigung zu einer Geldstrafe.

Wie sich vor Gericht herausstellte, wussten die Geschwister lange Zeit nicht, dass sie alle von den Taten ihres Vaters betroffen waren. Der Stiefsohn und die ältere Tochter hätten sich schließlich dazu entschieden, den Fall vor Gericht zu bringen und vertrauten sich der Polizei an. Die Ehefrau habe sich mittlerweile von ihm scheiden lassen.

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